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Triberg - Viel hatten sie sich wieder für den Zunftball einfallen lassen, die Narren der Wasserfallstadt. Beherrschendes Thema war natürlich der Boulevard und seine Begleiterscheinungen. Eröffnet wurde der Abend im Kurhaus durch den Fanfarenzug unter der Leitung von Ingolde Borho. Das Narresprüchle sprach Lucas Hermann, bevor der Einmarsch folgte. Voran die Narrenpolizei und die Stadtmusik, gefolgt von den Standarten und Masken und zu guter Letzt die Narrenräte. Narrenchef Volker Fleig konnte Abordnungen aller umliegenden Traditionszünfte begrüßen, Schönwald, Schonach, Furtwangen und Hornberg waren ebenso vertreten wie die Nußbacher und Gremmelsbacher Zünfte.
Für ungetrübte Feierstimmung sorgte von Beginn an die Stadtmusik unter der Leitung von Walter Dold. Schaurig wurde es, als Oberteufel Armin Effinger seine Teufel um das Höllenfeuer tanzen ließ. Nach deren Ausmarsch hatten erst mal die "Hausmeister" Sven Ketterer und Michael Erhardt alle Hände und Besen voll zu tun, um die Bühne sauber zu machen. Im witzigen Dialog wurde das eine oder andere Stadtgespräch durchgehechelt oder mal wieder die Nachbarn weiter oben mit markigen Sprüchen bedacht.
Trachtenfrau Eva Kammerer brachte viele Dinge zur Sprache: Dass das Museum vom Boulevard abgehängt ist. Oder dass wegen des kleinen Bevölkerungswachstums die "Vision der Boom-Town Triberg" aufkommt. Die "Triberger Tafelrunde mit Ritter Strobel und seinem Gefolge" sorgte für ungetrübte Heiterkeit, auch beim Betroffenen. "Tempo 30" auf dem Boulevard, Edeka auf dem Bühlerareal und das Musical Hecker ließ die Trachtenfrau ebenso wenig aus wie den Weihnachtszauber im Fernsehen.
Auch die hausmeisterlichen Moderatoren machten sich wieder ans Werk. Die Dampflok habe dafür gesorgt, dass die Gemeinderäte schwer erkrankt seien – sie hätten eben Zug bekommen. Das habe aber auch daran gelegen, dass sie mit dem Dodo Train eine Probefahrt auf die "Gedärmewiese", die Kuttlematte in Schonach gemacht hätten. Über die neue Partnerstadt Leer machten sich Sven und Michael ebenso Gedanken. "Wir machen schon intensiv Werbung. Leere Schaufenster und leere Wohnungen und im Einzelhandel ein übersichtliches Sortiment." Mit dem Dodo Train könne man künftig auch zügig bei Edeka einkaufen. "Auch die Schonacher können hier einkaufen. Sie kommen kostenlos mit der Konus-Karte." Konus heiße in diesem Zusammenhang "Kunde ohne Nahversorgung us Schonach", witzelten die beiden Schaffer.
Die nachfolgende Geschichte spielte dann der komplette Narrenrat "live vom Boulevard". Da ging es um ein Parkhaus, um Tempo 30 und Temposünder, um Pizzas und ähnliche Dinge. Zum Schluss kam sogar der Weihnachtsmarkt dran. "En Weihnachtsmarkt git‘s bei uns scho lang nimme; bei uns git‘s scho lang nint me, was nint koscht".
Sven und Michael waren sich im Anschluss an diese begeisternde Darstellung mit Zunftmeister Fleig als dem "Mann im blauen Audi" einig, dass Triberg immer mehr zu einem Imitat von Schönwald werde. "Mir hen bald so wenig Iwohner un miesse au so langsam durchs Ort fahre." Aber – Schönwald habe immerhin noch "de Schlecker".
Einen humorigen Büttenbeitrag hatte der Narrenboss selbst auf Lager. Er stellte gereimt fest, dass Kinder es mit ihren Eltern nicht immer leicht hätten, das sei aber umgekehrt genauso. Er zeigte auf, dass es vorkommen könne, dass man den Zunftmeister verliert. Von seinem Sohn Philipp war zu erfahren, dass er eine Marktlücke mit dem Recycling von Waschmaschinen entdeckt habe. Mit der seiner Eltern habe er begonnen. Dass er dabei auch noch für saubere Digitalbilder werben soll, sei ein Gerücht. Nicht jedoch, dass er seine Kamera mitgewaschen hat.
Vor dem Finale, bei dem Zunftmeister Fleig einen Dank an alle Beteiligten aussprach, glänzten die Frauen der Zunft mit dem Tanz zu "Chihuahua".
Im Anschluss begann der gemütliche Teil des Abends mit Tanz und guter Laune, zu der neben der Stadtmusik auch das Duo SüdOst beitrug.