Drei Jahre läuft das Projekt, in ländlichen Gegenden Südbadens mit dem Augenbus die Versorgung zu verbessern. Nun machte das Team in Tribergs Kurhaus Station. Foto: Kienzler Foto: Schwarzwälder-Bote

Gesundheit: Augenarzt-Team macht mit dem Bus im Kurhaus Station / Mobile Dienstleistung kommt an

Triberg. Das Augenarzt-Team im Kurhaus kümmert sich um Sehbehinderte, die nicht einmal mehr mit einer Brille lesen können, und Blinde. Insgesamt haben sich drei Männer und vier Frauen angemeldet beim Augenbus, der in der Wasserfallstadt Station machte.

"Wir brauchen zur Untersuchung und Diagnose samt Beratung bei jedem Patienten etwa 45 Minuten", sagt der Augenarzt Rainer Dünzen. Er hatte früher eine Praxis in Bad Krozingen und ist jetzt im Ruhestand. "Aber bei dem neuen Projekt mit dem Augenbus mache ich mit, weil es mir Freude macht, den Menschen zu helfen", bekennt der Ruheständler freimütig.

Mehrere Helfer unterstützen den erfahrenen Augenarzt. Es gibt drei Dienstleistungen: Die augenärztliche Diagnostik wird ergänzt mit einer Beratung für Sehhilfen und zusätzlich wird noch eine Sozialberatung angeboten.

Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Sehbehinderte in ländlichen Gegenden, die Probleme haben, ein Augenzentrum zu erreichen, zu unterstützen. "Ach, wir sind ja so dankbar, dass wir mit unserer 91-jährigen Mutter hierherkommen konnten", sagt eine Schonacherin über ihren Besuch.

Gemeinsam mit ihrer Schwester begleitete sie die betagte Mutter, die fast blind ist, ins Triberger Kurhaus. Ihre Mutter sitze im Rollstuhl und könne zu keinem Augenarzt in der Umgebung fahren, weil überall Treppen zu überwinden seien, erzählt die Tochter weiter.

"Unser Projekt läuft drei Jahre und in dieser Zeit besuchen wir jeweils zwei Mal Orte in ländlichen Gegenden von Südbaden", sagt die Krankenschwester Claudia Baer. Die Blinden- und Sehbehindertenstiftung Südbaden arbeitet dabei mit der Augenklinik der Universität Freiburg zusammen, die das Projekt wissenschaftlich betreut.

Die Patienten können sich vom Augenbus-Team zwar nicht behandeln lassen, aber mit der Diagnose steht ihnen ein Fachzentrum offen. Die Sehhilfen können sofort ausprobiert werden.

Sie reichen von Telefonen mit großen Tasten über sprechende Uhren bis zum riesig vergrößerten Bildschirm, über den wieder der Zugang zum Fernsehen, zu Büchern und zum Internet möglich gemacht wird.