
Von Marie Louise Roser
Triberg-Nußbach. Die Nußbacher Landwirte sind zufrieden mit ihren Erträgen in 2011. Dennoch wachsen Ängste vor Klimawandel und steigenden Energiepreisen.
"2011 war geprägt von stabilen Preisen, im Ganzen zwar nicht voll kostendeckend, aber dennoch war es ein wesentlich besseres Jahr, besonders im Bezug auf den Ertrag der Forstwirtschaft", fasste Bernhard Kienzler, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Nußbach, aus seiner Sicht die Situation der lokalen Landwirtschaft bei der jüngsten Hauptversammlung im Gasthaus Sporthäusle in Nußbach zusammen.
Nach den extremen Wettererscheinungen im vergangenen Jahr äußerte sich Kienzler jedoch besorgt hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels. Im Frühjahr 2011 fiel im Vergleich zu den Vorjahren zu wenig Niederschlag, was aber durch den relativ feuchten Sommer wieder ausgeglichen worden sei. Im Herbst seien daraufhin sogar bessere Erträge als 2010 erreicht worden.
"Trotz der darauf folgenden, vorher nie so erlebten, Trockenheit im Herbst, waren keine bemerkenswerten Schäden und Auswirkungen auf unsere Ernten zu verzeichnen", so Kienzler. Er befürchtet dennoch, dass der Klimawandel langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben wird.
Steigende Energiepreise, Futtermittelkosten und teure Technik in der Landwirtschaft würden es den Landwirten zunehmend schwer machen, sich zu behaupten, zumal die "topografischen Gegebenheiten des Schwarzwalds" wenig Spielraum in der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse zulassen, sagte Kienzler
"Unser Berufsstand soll als Institution Vorbild sein, unsere ökologisch vollwertigen Tätigkeiten sollten anerkannt werden“, forderte Kienzler und verwies auf den erheblichen Beitrag der Landwirte auf die Bewirtschaftung der Lebensräume für Mensch und Tier, den Naturschutz und dadurch auch der Förderung des Tourismus.
Kassenwart Manfred Hilser konnte ein deutliches Plus der Vereinskasse aufweisen und wurde gleichsam mit dem Vorstand und den Kassenprüfern Thomas Nock und Siegfried Kammerer auf Vorschlag von Ortsvorsteher Heinz Hettich entlastet.
Ausgezeichnet wurden Hubert Kammerer für 25 Jahre Mitgliedschaft und Elisabeth Nock mit der goldenen Ehrennadel für 40jährige Zugehörigkeit.
2014 steht die Reform der EU-weiten Agrarpolitik bevor. Christoph Moriz, Geschäftsführer der BLHV-Bezirksgeschäftsstelle Donaueschingen erläuterte dazu die Ergebnisse der letzten Regionalkonferenz.
Diesbezüglich wurden insbesondere Punkte wie die Erstellung eines gemeinsamen Leitbilds des Hauptverbands, welches die Interessen der Mitglieder vereinbaren soll und die "Greening Komponente" als weitere Basisfinanzierung für Kleinbauern eingehend vorgetragen.