Titisee-Neustadt - Bei einem verheerenden Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald sind 14 Menschen getötet worden. Sieben weitere Menschen seien in den Flammen schwer verletzt worden, laut Polizei besteht jedoch keine Lebensgefahr.

Ausgelöst wurde das Feuer in Titisee-Neustadt nach ersten Ermittlungen durch eine Explosion in einem Lagerraum. Ob in dem Raum Chemikalien gelagert wurden, sei noch unklar. In den Werkstätten wird Holz verarbeitet.

Fotostrecke36 Fotos

In einer dramatischen Rettungsaktion hatten Feuerwehrleute mit schwerem Atemgerät zahlreiche Menschen aus dem brennenden und völlig verrauchten Gebäude geborgen. In der Caritas-Werkstatt rund 40 Kilometer östlich von Freiburg im Breisgau arbeiten etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung, etwa 100 Menschen befanden sich zur Zeit des Brandes in der Werkstatt.

Auch Stunden nach Ausbruch des Feuers drang noch Rauch aus dem Gebäude. Viele Behinderte seien wegen der Flammen in Panik geraten. "Wir haben hier mit Menschen zu tun, die naturgemäß nicht rational reagieren", sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier.

300 Einsatzkräfte waren am Brandort, mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Die Polizei richtete in einer benachbarten Spedition eine "Personensammelstelle" ein. Sie bat Menschen, die bei Ausbruch des Feuers in dem Gebäude waren, sich zu melden. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) eilte zum Unglücksort.

Die Feuerwehr hat den Brand inzwischen nach eigenen Angaben unter Kontrolle. Psychologen betreuen Angehörige der Opfer und Einsatzkräfte.

Unter den 14 Opfern der Brandkatastrophe in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald sind Behinderte und Betreuer. Das sagte der Einsatzleiter der Polizei, Alfred Oschwald, am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Titisee-Neustadt. Die Todesursache sei vermutlich Rauchvergiftung.