
|
|
Bild 1 von 55 |
|
Sulz-Bergfelden - Es war, als sei er nie weg gewesen. Nach zehn Jahren Pause sorgte der Kropferball für eine übervolle Dickeberghalle. Musikverein, Narrenfreunde und Feuerwehr hatten eine richtige Fleckenfasnet mit tollem Programm auf die Beine gestellt.
Den beeindruckendsten Auftritt des Abends lieferte der Musikverein ab. Die überwiegend jungen Musiker hatten sich "Stomp" zum Vorbild genommen. Und wie ihre Vorbilder trommelten sie auf Öltonne, Eimer und selbst Milchkannen ein. Ihr Rhythmusgefühl und ihre Begeisterung rissen das Publikum mit.
"Kein anderer steht so für Sex, drugs and Rock ’n’ Roll" wie er, hatte Moderator Olli Maier die Büttenrede von Erich Hils angekündigt. Hils setzte sich in dramatischen Worten mit den Folgen des Viagra-Missbrauchs auseinander. Er bewies eine erstaunliche Fantasie dabei Bezeichnungen für das männliche Geschlechtsteil zu finden. "Was fang ich mit dem gedopten Ding an", fragt der Redner. Sowohl seine Idee bei der Bahn als Schranke anzufangen, als auch die Überlegung "Stabhochsprung mit eigenem Stiel" zu betreiben, beklatschte das Publikum eifrig.
Schön war, dass einige Programmpunkt einen inneren Zusammenhang aufwiesen. Die angekündigten Pianisten aus den Reihen der Narrenfreunde hatten nämlich ein Problem: Nach einem Autounfall trugen sie alle den Arm in der Schlinge. Das Konzert fand trotzdem statt. Sie ließen die Hosen herab und bedienten das Piano mit dem Körperteil, mit dem Hils so viel Probleme hatte.
Sehr viel mehr zu sehen, als ihm das wahrscheinlich lieb war, bekam der Zuschauer beim Auftritt der ersten Mannschaft des Sportvereins. Es fing alles harmlos an. Erst ließen sie im Schwarzlicht ein Ball durch die Luft schweben, dann spielten sie Ping-Pong, und auch beim Striptease war dank des Schwarzlichts nichts zu erkennen. Dann betraten die Herren im Mankini die Bühne. Das ist ein Tanga, der von zwei Spandex-Hosenträgern daran gehindert wird noch mehr preiszugeben, als es dieses Kleidungsstück eh schon tut.
Deutlich unverfänglicher waren da die beiden Programmbeiträge der Feuerwehr. Die Ehegattinnen huldigten ihren Männern in einem Lied. Die Herren der Schöpfung bewiesen mit ihrem Tanz mehr Taktgefühl, als man ihnen zugetraut hätte. Vor allem ihren Auftritt zu "YMCA" bejubelte das Publikum lautstark. Toll kamen auch der spektakuläre Jäkle-Tanz der Narrenfreunde und der Auftritt der Teeniegarde an. Großen Anteil an der grandiosen Stimmung hatte auch der Auftritt der Band Rübezahl. Nicht unerwähnt bleiben das Wirken von Olli Maier und Steffen Strobel. Das Moderatorenduo hatte sich als ein Herz und eine Seele verkleidet und kalauerte sich mit Begeisterung durch mehr als viereinhalb Stunden Programm.
Müssen die Bergfelder jetzt wieder zehn Jahre auf die nächste Ausgabe des Balls warten? Das erscheint unwahrscheinlich. Spätestens in zwei Jahren, dass ließen die Verantwortlichen aller drei Vereine durchblicken, soll es wieder soweit sein. Zu sehr freuten sie die Verantwortlichen sich über ihren Erfolg. "Es ist richtig schee, dass es den Korpferball wiedergibt", so Steffen Strobel, der Vorsitzende des Musikvereins. "Damit hätte ich nicht gerechnet", kommentierte Obernarr Armin Kopf die volle Halle. Und auch Feuerwehrkommandant Timo Harpain zeigte sich mit dem Besuch "sehr zufrieden".