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Sulz a. N. Weihnachtsfrieden für Tiere im Wald

Schwarzwälder-Bote, vom 23.12.2011 19:00 Uhr

Von Marzell Steinmetz

Sulz-Renfrizhausen. Wenn Günter Hund heute mit seinem Sohn in den Wald geht, nimmt er das Gewehr zwar mit, aber geschossen wird nicht. Das Wild hat vor den beiden Jägern an Heiligabend nichts zu befürchten. Im Wald herrscht Friede: "Das gehört für mich zu Weihnachten", sagt der in Renfrizhausen wohnende Kreisjägermeister.

An Heiligabend werden die Rehe nur gefüttert. Günter Hund inspiziert in seinem Revier auf dem Kirchberg die Futterkrippen, die nicht nur die Rehe aufsuchen. Bei Schnee verraten die Spuren die Besucher. Auch Wildschweine, für die das Futter nicht bestimmt ist, schauen dort vorbei.

Vom 1. Dezember bis 31. März darf der Jäger Schalenwild füttern. Darüber hinaus ist das nur auf Anordnung des Kreisjagdamts erlaubt, etwa wenn der Winter länger anhält. "Wir unterliegen ganz strengen Futterbestimmungen", erklärt Hund. Und er legt großen Wert darauf, dass die Bestimmungen eingehalten werden. Die Wildtiere dürften beispielsweise auf keinen Fall gemästet werden. Auch wird genau festgelegt, welche Futtermittel ausgebracht werden dürfen.

Es gibt Leute, die Brot und süße Stücke von Bäckereien in die Futterkrippen werfen, womöglich in der Annahme, dass sie etwas Gutes für die Tiere tun. Das bekommt den Rehen aber nicht, übrigens genau so wenig wie Heu. Werden sie nämlich nur damit gefüttert, "verhungern sie mit vollem Pansen".

Die Jäger besorgen sich bei den Mostereien für die Rehfütterung im Winter Obsttrester. Günter Hund muss aber noch dazu kaufen. Bei seinem Haus hat er rechtzeitig vor dem Winter ausreichend Vorräte angelegt.

Während im Sommer die Rehe alle zwei Stunden äsen, fahren sie in der kalten Jahreszeit ihren Energiehaushalt zurück. Dann nehmen sie nur alle vier bis fünf Stunden Nahrung auf. Die Tiere brauchen, um nicht zuviel Energie zu verbrauchen, daher Ruhe. "Am schlimmsten ist es, wenn Rehe im Winter von quer durch den Wald laufenden Joggern oder von Hunden aufgescheucht werden", erklärt Hund.

Im Jagdgesetz steht, dass die Jäger die Pflicht haben, in Notzeiten das Schalenwild zu füttern. Doch das ist politisch inzwischen nicht mehr unumstritten. Die neue grün-rote Regierung wolle ihrem Programm zufolge ein Fütterungsverbot einführen: "Für mich völlig unverständlich", so Hund. Mit der Fütterung werde der Verbiss von Jungpflanzen geringer gehalten. Das ist besonders wichtig, da die Förster die Naturverjüngung des Waldes forcieren wollen. Für Hund steht daneben aber auch der Tierschutz im Vordergrund: "Ich lasse keine Tiere verhungern", betont er. Durch die intensive Freizeitnutzung des Waldes hätten die Rehe im Winter einen höheren Energiebedarf. Hund: "In unserer Freizeitgesellschaft muss ich deshalb schauen, dass die Rehe durchkommen".

Füttern ist übrigens nicht gleich füttern. Da gibt es neben der Ablenkungsfütterung von Schwarzwild die Kirrung, mit der die Wildsauen angelockt werden. Der Jäger stellt zu diesem Zweck einen kleinen Kasten in der Nähe des Hochsitzes auf, befüllt ihn mit kleinen Mengen Mais und beschwert den Deckel mit einem Stein. Ohne diese Methode könnten Wildsauen vom Hochsitz aus kaum erlegt werden. Den Behälter stattet der Jäger oft noch mit einer Uhr oder sogar einer Kamera aus. Damit kann er kon­trollieren, wann eine Rotte auf ihren kilometerweiten Touren vorbeikommt. Die Kirrung ist im Gegensatz zur Fütterung das ganze Jahr über erlaubt.

"Schnee ist das Schönste für einen Jäger", sagt Günter Hund. Da sieht er jede Menge Spuren, und auch nachts hat er noch Büchsenlicht. Das spielt heute aber keine Rolle: Der Weihnachtsfrieden für die Tiere in seinem Revier ist ihm heilig. Da sorgt sich Günter Hund nur darum, dass es auch den Rehen gut geht.

Kommentare (6)
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DEZ
28
10:42 Uhr, geschrieben von gerlinde
tolle ausrede
typisch jäger,den bullshit hör ich auch ständig.die sind ja sooo nett,schön füttern im winter ,sonst haben sie im nächsten jahr nichts abzuschiesen.würden gscheiter der natur ihren lauf lassen. jagd als hobby,unglaublich
DEZ
26
04:13 Uhr, geschrieben von dina
scheinheiliger Jäger
Selten zuvor so einen widersprüchlichen scheinheiligen Kommentar gelesen. Als ob den Jäger interessieren würde wie es dem Wild geht.Verhungern lassen nein.Anschiessen,Treibjagden,Fallen aufstellen-ja natürlich!!! Dass die Jäger das ökologische Gleichgewicht durcheinanderbringen ist bekannt.Die zahlreichen anderen Jägerlügen längst entlarvt.Durch Jogger und Gassigeher werden die Rehe kaum gestört,wohl aber durch Treibjagden,Rumgeballere der Jäger. Die einzigste Sorge der Jäger ist doch dass sie nicht mehr genügend Wild zum abschiessen vor die Linse kriegen. Der Artikel ist eine Lachnummer!Und wenn er nicht schiessen will an Heiligabend,warum nimmt er dann das Gewehr mit in den Wald????????? Wieder mal hat sich ein Grünrock dermassen lächerlich gemacht dass man sich zurücklehnen kann und drauf warten bis sich diese Waidmänner selbst ins Aus schiessen.Erzählt eure Jägermärchen am Stammtisch euresgleichen.Intelligente Menschen glauben euch eure Märchen eh nicht mehr.
DEZ
25
21:38 Uhr, geschrieben von Antonietta Tumminello
gegen die Jagd
- Die Jagd schadet dem Gleichgewicht der Natur - Durch die Jagd steigt die Überpopulation der Wildscheine & andere Waldtiere immer weiter: - Familienverbände werden auseinandergerissen, worauf die Wildschweine mit vermehrter Fortpflanzung reagieren - Durch das Ausstreuen von Futter werden die Waldtiere angeregt sich noch mehr zu vermehren - Die Bejagung des Fuchses führt zur Flucht und damit zur Ausbreitung von Tollwut - Alle wesentlichen von der Jägerschaft genannten Gründe für die Jagd sind heute wissenschaftlich widerlegt - Der Jagd fallen jährlich zusätzlich ca. 400.000 Katzen und ca. 65.000 Hunde zum Opfer
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