Von Marzell Steinmetz

Sulz-Holzhausen. Innerhalb von drei Monaten ist die Hand des neuen Schulleiters in Holzhausen schon zu spüren. Die Schule bietet teilweise ein Ganztagsangebot, gab sich mit der "Naturgrundschule" ein neues Profil, und außerdem "liegt Musik in der Luft". Der neu gegründete Grundschulchor gestaltete die gestrige Amtseinführung von Thomas Rothenhäusler im Gemeindehaus mit lustigen Gesängen. "Die Schule macht uns allen Spaß", versicherten sie in einem Lied. Die fröhlich und temperamentvoll singenden Kinder begeisterten die Besucher der gut anderthalbstündigen Feier, bei der zwischendurch einige offizielle Ansprachen gehalten wurden.

Aus ihnen ging hervor, dass nach der Pensionierung von Martin Hoffmann, der mehr als 30 Jahre Schulleiter war, die Sorge groß war, keinen Nachfolger zu finden. Und diese war durchaus berechtigt: Bewerber für kleine Schulen seien rar, sagte Katharina Hirt vom staatlichen Schulamt Donaueschingen. Um so mehr freute sie sich, dass sich Thomas Rothenhäusler von sich aus und "ohne Drängen" als Schulleiter beworben hat. Er sei für Holzhausen ein "echter Glücksfall".

Nach dem Pädagogikstudium in den Fächern Religion, Deutsch und Musik war Rothenhäusler Lehrer in Dunningen, Mühlheim, Vöhringen und zuletzt an der Grund- und Werkrealschule Sulz. Damit habe er als Pädagoge Erfahrungen gesammelt, die er nun, übrigens auch als Kirchenmusiker, in Holzhausen einbringen könne, betonte die Schulrätin. Bürgermeister Gerd Hieber bekannte sich bei seiner Ansprache zu den kleinen Schulen in Sulz – ganz nach dem Motto: "kurze Beine, kurze Wege". Deshalb hofft er, dass die Politik der Landesregierung hier mitspielt. Den jüngsten Verlautbarungen zufolge sollen, wie er mitteilte, die Grundschulstandorte zumindest bis 2016 garantiert werden. Die Stadt werde für den Schulbetrieb gerne die Rahmenbedingungen erfüllen. Doch es gebe auch Erwartungen an den Schulleiter, so im Hinblick auf Betreuung oder Mittagstisch. "Wir sind gespannt, wie Sie diese Themen angehen werden", meinte Hieber und bot die Unterstützung der Verwaltung und des Gemeinderats an. Auch er ist überzeugt, mit Thomas Rothenhäusler den "richtigen Mann" für die Holzhauser Schule gefunden zu haben. Er sei im Ort eingebunden und auch in der Stadt aktiv. Hieber: "Ich bin überzeugt, dass die Kinder Ihrem Takt folgen."

In Form eines Gedichtes bescheinigte Ortsvorsteher Lutz Strobel dem neuen Schulleiter, schon mal mit "Vollgas" zu Werke gegangen zu sein und die ersten Erfolge verbucht zu haben. So sei mit dem Mittagessen zweimal in der Woche bereits der Weg zu einer verlässlichen Grundschule eingeschlagen worden. Durch die Stellenbesetzung werde die Holzhauser Schule mit ihren 35 Schülern gestärkt.

Musik, Mittagessen und das Projekt "Apfelwiese" verraten die neue Handschrift. Sabrina Plocher, die für die Elternschaft sprach, glaubte, dass noch manches dazu kommt, das der "Schule Glanz verleiht".

Monika Schneider, Leiterin der Grund- und Werkrealschule, hat es bedauert, dass sich Thomas Rothenhäusler wegbeworben hat, musste nach ihren Eindrücken gestern Abend aber zugeben, dass er der "perfekte Schulleiter für Holzhausen" ist. Im Gegenzug stieg seine Frau, Judith Abele-Rothenhäusler, in Sulz als Lehrerin ein. Das habe sie wiederum versöhnt, erklärte Monika Schneider.

Zur Amtseinsetzung gratulierte am Schluss der Grußworte Pfarrerin Friederike Schmalfuß, bevor Thomas Rothenhäusler das ganze ABC mit Dingen aufsagte, die ihn beschäftigen.

Zu seinem Amtsantritt erhielt er etliche Geschenke. Esther Jäckle-Scheurenbrand, die die Feier moderierte, überreichte dem Schulleiter ein besonderes Präsent. Zwei Musiker aus Trossingen kommen an die Grundschule Holzhausen, um mit dem Chor eine CD aufzunehmen. Das ist für Thomas Rothenhäusler etwas Neues: "Eine CD habe ich noch nie aufgenommen". Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.