
Sulz - Mit der neuen Landesregierung soll verstärkt Windkraft zur Stromerzeugung genutzt werden. Auch die Stadt Sulz möchte, was regenerative Energie angeht, sich noch mehr engagieren als bisher.
Das erklärte Ziel des Landes ist, den Anteil der Windkraft bei den erneuerbaren Energien von 0,8 auf zehn Prozent bis zum Jahr 2020 zu steigern. Bis dahin müssten jährlich 150 neue Windkraftanlagen mit jeweils drei Megawatt gebaut werden.
"Wir wollen lokal und regional etwas machen. Da kommt uns die Energiewende entgegen, zumal dies auch die Öffentlichkeit unterstützt", teilt Bürgermeister Gerd Hieber mit. So wolle man mit den Stadtwerken in Hardt, Schramberg, Rottweil und der EnBW zusammen eine Kooperation für die regenerative Stromproduktion eingehen.
Nach Auskunft von Wolfram Röhrig, Geschäftsführer der Stromversorgungs GmbH Sulz, soll noch in diesem Frühjahr eine Dachgesellschaft für regenerative Energie gegründet werden. Für bestimmte Projekte könnten dann auch Untergesellschaften gebildet werden. Es komme nicht nur Windkraft in Frage, sondern beispielsweise auch eine große Fotovoltaikanlage.
Windkraft steht momentan allerdings im Focus der Landesregierung. Deshalb werde im Kreisgebiet auch nach einem geeigneten Standort für einen möglichen Windpark gesucht. Dass dieser in Sulz sein wird, glaubt Röhrig nicht. An anderen Stellen im Landkreis gebe es bessere. Sulz werde daher wohl nicht erste Wahl sein.
Klar ist aber: Ein Stadtwerk kann das Investitionskapital für einen Windpark nicht allein bereitstellen. Die Gründung einer Gesellschaft sei daher, so Röhrig, eine "tolle Sache". Da habe man auch die Chance, ein Projekt verwirklichen zu können. Außerdem sähen die Bürger, dass die örtlichen Stromversorger etwas unternähmen.
Auch Hieber ist überzeugt, dass es in der Bevölkerung auf große Akzeptanz stößt, wenn die Stadtwerke im Kreisgebiet Rottweil ein Windkraftprojekt gemeinsam auf den Weg bringen.
Zustimmung dazu hat vor kurzem die GAL/SPD-Fraktion signalisiert. Den Stadträte Heidi Kuhring und Klaus Schätzle wäre es aber am liebsten, wenn die Windkraftanlage wegen der Gewerbesteuereinnahmen auf Sulzer Gemarkung gebaut würde.