
Sulz-Renfrizhausen - Nur ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Mühlbachhalle war. Investor ist ein Privatmann: Ulrich Kuhn aus Altoberndorf.
Die Halle kannte er als Musiker bei Auftritten mit seinem Heimatverein. Im April, am "Tag des Lärms" im Mühlbachtal, hat er sich das Gebäude genauer angeschaut. Von der Statik her sind keine Probleme zu erwarten, und genug Sonne gibt es auch, stellte er fest. Kuhn hatte sich schnell entschlossen zu investieren. Die Stadt war mit dem Vorhaben einverstanden und verpachtete die Dachfläche. Mit einem kleinen Festakt ist die Anlage am Mittwochabend eingeweiht worden.
Davon profitierten viele, sagte Ortsvorsteher Burkhard Pyroth. Die Bürger bekämen sauber erzeugten Strom vor Ort, und die Stadt habe Einnahmen durch die Verpachtung. Pyroth stellte aber auch einen geschichtlichen Bezug her: Vor fast genau 100 Jahren kam Strom nach Renfrizhausen. Vom "Stromhäusle" neben der Schule wurden damals das Rathaus, drei Bürger und einige Straßenlampen mit Elektrizität versorgt. Der Strom, 1910 noch Luxus, wurde ökologisch im Wasserkraftwerk Horb erzeugt und importiert. "Jetzt können wir exportieren", freute sich Pyroth.
Die Halle selber wird aufgewertet. Kuhn musste innen und außen für einen besseren Blitzschutz sorgen. Durch die Anlage werde aber auch das Dach geschützt.
Die Module bedecken eine Fläche von 328 Quadratmetern. Jährlich kann die Fotovoltaikanlage 45 000 Kilowattstunden Strom produzieren. Dies entspreche dem Strombedarf von 15 Einfamilienhäusern oder einer Einsparung von 4500 Litern Heizöl, erklärte Patrick Schubert von der Firma Ralos Solar in Bochingen. Er betonte, dass die Materialien von deutschen Firmen aus der Region stammen und recycelt werden können.