Sulz - Friedlich vom Schnee bedeckt lagen die Gräber in den vergangenen Wochen da. Nun wurde die Ruhe der Toten jäh gestört. Auf dem alten Friedhof an der Holzhauser Straße waren Vandalen zugange.

Als der zuständige Mann für Friedhofswesen, Karl Heinz Steng, im Rathaus von der Schandtat erfuhr, unterrichtete er gleich die Polizei. Dieser war das frevelhafte Treiben aber bereits bekannt. Angehörige der Verstorbenen hatten sich mit dem Polizeiposten in Verbindung gesetzt und Anzeige erstattet.

Bei sechs Gräbern waren die Holzkreuze herausgerissen und kopfüber wieder ins Erdreich gerammt worden. Zudem wurden auch Grablichter beschädigt, vermutlich mit dem Fuß kaputt getreten.

Einen Tatverdacht, so erklärt Thomas Seimel von der Polizei, habe man bislang noch nicht. Offenbar fand die Sachbeschädigung zu nachtschlafener Zeit statt.

Es könne sich bei den Tätern um angetrunkene Jugendliche handeln oder aber auch um Menschen, "die einen Spleen haben." Selbst ein rituelles Motiv lasse sich angesichts der umgedrehten Kreuze nicht ausschließen. Werden die Grabschänder erwischt, so drohen ihnen, je nach Vorstrafenregister, bis zu drei Jahre Gefängnisstrafe – dieses Strafmaß sieht die deutsche Gesetzgebung für die Störung der Totenruhe vor.

Zum Glück muss sich die Polizei eher selten mit solchen Straftaten beschäftigen, wie Seimel bestätigt. Vor ein paar Jahren seien auf dem selben Friedhof einmal Pflanzen aus den Gräbern gerissen worden. Auch Karl Heinz Steng erinnert sich, dass es vor gut zehn Jahren umgestoßene Grabsteine gegeben habe.

Inzwischen ist die Ordnung wieder hergestellt. Ein Bestattungsunternehmer habe sogleich gehandelt und die Kreuze wieder richtig herum hin gestellt. Nun ist wieder Ruhe auf dem alten Friedhof eingekehrt.

Wer Angaben zur Tat machen kann, wird gebeten, sich mit dem Sulzer Polizeiposten, Telefon 07454/9 2746, in Verbindung zu setzen.