Sulz - Die Pink Pämpärs sind den Windeln entwachsen: Sie werden jetzt volljährig. Mit befreundeten Guggenmusiken wird der 18. Geburtstag am 10. November in der Sulzer Stadthalle gefeiert.

1994 haben sie sich gegründet: Damals unter dem Namen "Pink Pampers". Als die Auftritte zunahmen und die Sulzer Guggenmusiker immer bekannter wurden, haben sie sich zu der ungewöhnlichen Schreibweise des Namens mit den zwei "ä" entschlossen, nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen. Aber das passt ja auch besser zu einer Gruppe, die vorzugsweise an der Fasnet aktiv ist und nicht nur mit ihrer schrägen und lauten Musik auffallen will.

Anfangs war das Outfit noch bescheiden: Da wurden Latzhosen in den Waschmaschinen einfach pink eingefärbt und der Name mit selbst gebastelten Schablonen darauf gepinselt. Die Kostüme wurden mit den Jahren immer aufwendiger: Pink-Silber, Biene Maja, Feuer und Flamme, Putzteufel und Vampire wechselten sich ab. Aktuell ist das martialische Samurai-Kostüm, in dem die Pink Pämpärs noch eine Fasnetsaison auftreten. Besorgt haben es die Guggenmusiker gebraucht in der Schweiz. Mit dem Erlös des Guggentreffens wollen sie sich nach der Fasnet ein neues zulegen.

Entstanden ist die Guggenmusik-Gruppe aus dem Musikverein Sulz. Vielleicht wäre es gar nicht dazu gekommen, wenn die 18-Stunden-Musiker Frauen aufgenommen hätten. Jedenfalls wollten die Jungen des Musikvereins etwas andere Musik machen und Auftritte anderer Art erleben.

Klar: Zuerst traten die Pink Pämpärs in Sulz auf, doch bald ging’s über die Stadtgrenzen hinaus bis nach Frankreich und in die Schweiz. Auch in der Partnerstadt Montendre weiß man inzwischen, wie sich die Guggenmusik der Pink Pämpärs anhört. Ein Höhepunkt war 2011 für sie die Teilnahme am internationalen Guggenmusiktreffen in Schwäbisch Gmünd.

Für die Fasnet wird erst Anfang Oktober geprobt. Vor jeder Saison werden zwei bis drei neue Titel einstudiert. Im Repertoire sind neben Party-, Wasen- und Wiesen-Hits auch einige traditionelle Schunkellieder. Was gespielt wird, muss jedenfalls fetzen und die Besucher in den Hallen auf die Tische treiben.

Momentan zählen die Pink Pämpärs, die seit 1999 ein eingetragener Verein sind, 34 Aktive, davon acht Frauen. Beim großen Guggentreffen mit neun Gruppen werden sie nicht auftreten – sie müssen organisieren und mit Unterstützung der Familie Baumann sowie anderen Vereinen dafür sorgen dass die Veranstaltung ein Erfolg wird. Aber sicher werden sie die Party auch genießen. Man wird nur einmal volljährig.