Sulz a. N. Manchmal vergeht der Appetit

Schwarzwälder-Bote, 27.04.2012 19:03 Uhr

Von Marzell Steinmetz

Sulz. Auf Weihnachtsmärkten oder bei Festveranstaltungen geht es nicht immer ganz appetitlich zu. Lebensmittelkontrolleur Frank Rönz vom Veterinär- und Verbraucherschutzamt des Landratsamts Rottweil zeigte bei seinem Vortrag am Donnerstag in der Stadthalle etliche Negativ-Beispiele auf. Die Ordnungsämter Sulz und Vöhringen hatten zu dieser Veranstaltung rund 150 Vertreter von Vereinen eingeladen.

Wer gegen Hygienevorschriften verstößt, muss bei Kontrollen mit einem Strafzettel rechnen. Das kann für einen Veranstalter durchaus teuer werden – und muss eigentlich auch nicht sein, wenn, wie Rönz darlegte, einfache Regeln eingehalten werden. Dazu gehört beispielsweise, dass man sich bei der Essenszubereitung vorher gründlich die Hände mit Seife wäscht und sie dann mit Papierhandtüchern – keine Stoffhandtücher – abtrocknet. Aus der eigenen Familie kennt Rönz einen dramatischen Fall, bei dem dies nicht beachtet wurde. Er erzählte von einer Frau, die auf die Toilette ging, sich nicht die Hände wusch und dann Sahnetorte zubereitete. Sein Cousin aß davon, wurde schwer krank und starb mit 31 Jahren.

Gefährlich kann es grundsätzlich werden, wenn nicht richtig gekühlt oder die Kühlkette unterbrochen wird und sich Keime ausbreiten können. Wenn Kuchen unterm freien Himmel ausgelegt sind, "müssen wir sie leider der Vernichtung zuführen", meinte Rönz.

Bei Ständen mit Lebensmitteln sind einige bauliche Anforderungen zu beachten. Möglichst sollten sie ein Dach haben. Auch ein Spuckschutz "vor den Pommes" sei als Hygienevorrichtung wichtig. Selbstverständlich müsste beim Umgang mit Lebensmitteln saubere Schutzkleidung sein. Allerdings scheine es manche zu überfordern, einen Schurz beim Kochen anzuziehen. Den Vereinsvertretern legte Rönz nahe, dass mindestens ein Mitglied für Veranstaltungen ein "Gesundheitszeugnis" haben sollte und Helfer belehren könne, beispielsweise wie Hände richtig gewaschen, Geräte gereinigt werden oder was bei Erkrankungen zu beachten sei. Aber es geht nicht nur um Hygiene. Ein wichtiger Punkt ist die Kennzeichnung der Produkte, die verkauft werden. Zumal es immer mehr Allergiker gebe.

Rönz ermunterte die Vereinsvertreter, sich bei Fragen an sein Amt zu wenden: "Sie dürfen uns als Partner sehen".

 
 
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