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Sulz a. N. Kopf Solarschiffbau ist insolvent

Marzell Steinmetz, vom 23.02.2012 09:01 Uhr
Ein Schiff mit Hybridantrieb wird in der Kopf-Werft auf Kastell hergestellt. 
 Foto: Steinmetz
Ein Schiff mit Hybridantrieb wird in der Kopf-Werft auf Kastell hergestellt. Foto: Steinmetz

Sulz - Die Kopf Solarschiff-Gruppe im Sulzer Industriegebiet Kastell musste einen Insolvenzantrag stellen. Nach erheblichen Liquiditätsengpässen Ende 2011 habe dieser Schritt nicht mehr aufgeschoben werden können.

Dies teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Alexander Kästle, von der Rottweiler Anwaltskanzlei Hirt und Teufel mit. Betroffen seien neben der Muttergesellschaft Kopf Solarschiff GmbH auch deren Tochtergesellschaften STM Kübler GmbH sowie EBAS GmbH und damit insgesamt 35 Mitarbeiter.

Laut Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters sind die Auftragsbücher immer noch gut gefüllt, unter anderem mit Photovoltaikanlagen für mehrere Flussschiffe. Für Elektroantriebe müsse man heute keine Überzeugungsarbeit mehr leisten, erklärt Geschäftsführer Joachim Kopf. Aufträge für zwei größere Solarschiffe standen, so Kopf, zudem in Aussicht. Noch im ersten Quartal 2011 war bei einem Besuch von Vertretern des Handels- und Gewerbevereins und der Stadt in der Firma von Krisenstimmung nichts zu spüren.

Das Hauptproblem lag offenbar bei den Tochtergesellschaften: Hier hätten Kästle zufolge Auftragsverschiebungen und Forderungsausfälle zu der Insolvenzsituation geführt. "Das hat uns das Genick gebrochen", bestätigt auch Joachim Kopf.

Die Lohnfortzahlungen für die Mitarbeiter seien vorläufig gesichert, so Kästle. Es werde weiter produziert wie bisher. Die Aufträge werden in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter abgearbeitet. Über die weitere Zukunft des Unternehmens können allerdings noch keine Aussagen gemacht werden. "Zur Zeit laufen Gespräche, es gibt Ideen und Überlegungen, aber noch nichts Konkretes", berichtet Kopf.

Neben den vorhandenen Aufträgen würden sich das "Know-how" und die entwickelten Technologien positiv auswirken. Kästle versichert: Er werde alle Möglichkeiten für eine langfristige Bestandssicherung prüfen.

Mit dem Bau von Solarschiffen hat bereits Joachim Kopfs Vater, Friedrich Kopf, begonnen. Später wurde der Solarschiffbau aus der Firma ausgegliedert. 2007 übernahm die Kopf Solarschiff GmbH die Firma STM Kübler Metallbau. Eine weitere Tochterfirma ist EBAS Elektroinstallationen. Alle drei Firmen sollten sich mit ihren Spezialgebieten ergänzen, war die Idee.

Kopf beschäftigte sich nicht nur mit Solarschiffbau, sondern unter anderem auch mit Batteriesystemen für moderne Elektroantriebe und Solarlampen, die für so genannte Insellösungen – etwa bei der Beleuchtung von Parkplätzen – gedacht sind.

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