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Sulz - Rechtzeitig zum Umzugsbeginn schaute die Sonne durch die Wolken. Die Sulzer Narren hatten gestern ihr erhofftes Jubiläumswetter.Rund 3000 Hästräger marschierten am Sonntagnachmittag trockenen Fußes und bei erträglichen Temperaturen durch die Stadt in Richtung Backsteingebäude. Vormittags gratulierten die am Umzug beteiligten Zunftvertreter den Sulzer Narren, die ihr 75-jähriges Bestehen feierten. Dabei wurde nicht nur auf die Anfänge zurückgeschaut: "Wir stellen die Weichen für die nächsten 75 Jahre", versprach Zunftmeisterin Uschi Leinert.
Die Fasnet habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder verändert, stellte Fasnetsexpertin Kerstin Bronner bei ihrer Jubiläumsrede fest. Die Verantwortlichen hätten neue Formen gefunden, wie man Lebensfreude ungezwungen ausleben könne. Doch auch in anderer Hinsicht habe es Veränderungen gegeben: Gegründet wurde die Sulzer Narrenzunft ausschließlich von Männern. Lange Zeit steckten auch nur Männer im Häs. Inzwischen reden im Narrenrat Frauen mit. Nur bei den Sulzer Hexen und den 18-Stunden-Musikern sind Frauen ausgeschlossen: "Die haben es immer noch nicht kapiert", meinte Kerstin Bronner.
Bürgermeister Gerd Hieber beglückwünschte die Narrenzunft ebenfalls zum Jubiläum und überreichte einen Geldbetrag.
Rund 3500 Zuschauer kamen nachmittags zum großen Narrenumzug, der traditionell vom Sulzer Polizeischantle angeführt wurde. Dahinter folgten Optimist, Pessimist, Breagler, Narrenrat, Salzsieder, Narros, Hexen und der Sulzer Musikverein.
Beim Jubiläumsumzug sah man auch Zünfte, die bislang selten oder noch gar nicht in Sulz waren. Dazu gehörten die Bierlinger Moofanger, die anstelle des Mondes Opfer aus dem Publikum suchten. Die Narrenzunft Mooser Rettich hatten ihren Fanfarenzug mitgebracht. Gruselig anzusehen waren die Wölfe aus Weigheim. Gemächlich schritten die Sandsäcke aus Engstlatt daher.
Den Freudenstädter Hexen sollte man am besten aus dem Weg gehen, wenn sie losstürmen. Zum Glück wurden die wilden Beffendorfer Stiere am Seil gehalten. Immer wieder in Sulz sind, wen wundert's, die Hannikel aus Ohmenhausen. Mit ihren Flinten ballerten sie in die Luft. Zu den Umzugsteilnehmern gehörte auch die Nachbar-Zunft aus Vöhringen mit ihren Broatschua-Narren, Hansele, Schantle, Narros und Hexen.
Gut anderthalb Stunden dauerte der Umzug mit 35 Zünften und Musikgruppen. In der Stadthalle war der Abschluss.