Sulz a. N. Hotelbetreiber mit der Geduld am Ende

Schwarzwälder-Bote, 27.07.2012 20:04 Uhr

Von Marzell Steinmetz

Sulz-Glatt. Der Handy-Empfang in Glatt ist schlecht. Was schnelles Internet angeht, ist der Ort ein weißer Fleck. "Das ist geschäftsschädigend", sagen Volker und Marie Bertram, die das Hotel-Restaurant Züfle betreiben.

Deren Geduld ist am Ende. "Glatt ist ein Touristenzentrum der Region. Da dürfte es nicht um 50000 Euro und das Warten auf Zuschüsse gehen", meint Volker Bertram. Die Hotel-Betreiber drängen darauf, dass die Stadt endlich eine Lösung findet. Kein Internet sei nämlich ein k.o-Kriterium für ein Hotel, das zu 99 Prozent Geschäftsleute beherberge. Bei der Internetbewertung des Hotels werde oft notiert: kein Internetanschluss, kein Handy-Empfang. "Wir hatten eine irakische Delegation hier. Sie wunderte sich, dass es im Hotel kein Internet gibt", berichtet Volker Bertram über Reaktionen seiner Gäste.

Die Diskussion gehe mittlerweile jahrelang, ohne dass sich etwas bewegt habe. Am besten, so habe man ihm zu verstehen gegeben, sei es, wenn er selber den Breitbandanschluss fürs schnelle Internet finanziere. Doch das sieht Bertram nicht ein. Er habe in Glatt schon bei der Verlegung der Stromleitung in den Boden die Mehrkosten bezahlt. "Wenn man privat nichts macht, geht nichts", ärgert sich Marie Bertram.

Auch beim Internetanschluss geht es ums Geld und vor allem um Zuschüsse. Die Stadt hat nach Auskunft von Bürgermeister Gerd Hieber jetzt die Firma IT-Plan mit einem Konzept beauftragt, wie Glatt und Hopfau per Breitbandkabel mit schnellem Internet versorgt werden können. Ziel sei es, für die Haushaltsplanberatungen im Herbst Aussagen, auch zu den Kosten, zu bekommen und dann Mittel in den Etat einzustellen. "Öffentliche Gelder dürfen aber nur bewilligt werden, auch von Seiten der Stadt, wenn ein offener Wettbewerb gegeben ist", betont Hieber. Das war bislang ein Problem: Kabel BW wollte, so Hieber, nur als alleiniger Anbieter einsteigen, andererseits aber auch die Zuschüsse haben. "Da beißt sich die Katze in den Schwanz", beschreibt er das Dilemma. Es wäre, meint er, in der Tat besser, man hätte nur eine Firma, aber dies ginge dann nur ohne Beteiligung der Stadt. Ein ewiger Kreislauf: "So kann es nicht weitergehen".

Geprüft werden soll nun auch, ob über den Funkmasten in Dürrenmettstetten Handy-Empfang für Glatt ermöglicht werden kann. In diesen Genuss sind seit kurzem Hopfau, Bettenhausen und Leinstetten gekommen. Die Firma Vodafone hat zudem versprochen, im August für diese Ortschaften mit LTE-Technik schnelles Internet anzubieten. Mit Funk war für Glatt vor einigen Jahren schon mal eine Übergangslösung angedacht. Weil sie nicht optimal gewesen sei, hätten sich die Glatter dafür entschieden, es beim Status quo zu belassen, bedauert Hieber.

 
 
Kommentare (5)
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AUG
10
ws, 14:44 Uhr

voting abschaffen

es gibt hier offensichtlich idioten, die 'mißliebige' kommentare systematisch und immer wieder negativ voten. womöglich während der arbeitszeit im dienstzimmer? man sollte dieses unselige, nichtaussagekräftige voting nach dem vorbild der stuttgarter zeitung abschaffen.

AUG
01
ws, 13:28 Uhr

in tuningen zb. geht's

die unterlassungen beim breitbandausbau auf bundesebene sind mittlerweile ein skandal. umso wichtiger ist es, dass wenigstens auf kommunaler ebene pragmatisch gehandelt wird. statt für gutes geld immer neue gutachten zu beauftragen und zu begründen, warum etwas nicht geht, wäre selbsthilfe angesagt. der bürgermeister von tuningen zb. macht's vor. dort wird in kommunaler eigenverantwortung und mit mit hilfe der bürger ein gigabit-breitbandnetz aufgebaut - wirtschaftlich wesentlich relevanter, als über kupferdachrinnen bei buswartehäuschen oder städtischen blumenschmuck zu debattieren und sich bei jeder neueröffnung eines honigladens ablichten zu lassen und als wirschaftsförderer in's spiel zu bringen.

JUL
30
Gundula Meier, 20:41 Uhr

Warum keine Bürgermeisterin für Sulz?

Landauf, landab werden Bürgermeisterposten mit Frauen besetzt. Warum eigentlich keine Frau Bürgermeisterin für Sulz? Mein Vorschlag: Frau Hieber. Sie kommt von Vöhringen, ist aber um Klassen besser als Hieber und Hammer zusammen.

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