Sulz-Bergfelden - Dauerregen und Temperaturen um die drei Grad: Kein Wetter, bei dem man die Stube verlassen will. Die zahlreichen Besucher des Bergfelder Weihnachts-Open-Airs taten es um der guten Sache willen.

Die Einnahmen kommen der Kinderkrebsnachsorgeklinik Tannheim zu Gute. Und viele waren sicher auch gekommen um die prominente Fernsehmoderatorin Sonja Faber-Schrecklein zu sehen.

"Es ist wichtig, dass sie sich für andere Menschen einsetzen", würdigte sie sowohl das Engagement der Besucher als auch das der Bergfelder Vereine und Institutionen, die das Konzert organisierten. Faber-Schrecklein ist Vorsitzende der Stiftung "Deutsche Kinderkrebsnachsorge", eine Mitgesellschafterin der Klinik in Tannheim. Auf die Frage, wieso sie sich so sehr für die Klinik engagiere, antwortete sie mit einer Aufforderung: "Kommen Sie mal nach Tannheim und schauen Sie sich die Arbeit der Klinik an." Vom Lebensmut der jungen Menschen sei sie jedes Mal schwer beeindruckt. Man merkt sofort: Ihr ehrenamtliches Engagement ist für Schrecklein eine Herzensangelegenheit.

Über 52 000 Euro haben die Bergfelder Vereine und die Kirchen bisher für die Klinik in Tannheim gesammelt. Der Finanzbedarf der Klinik ist aber enorm. "Wir sind jedes Jahr zu 100 Prozent ausgelastet", so Roland Wehrle, der Geschäftsführer der Klinik. Trotzdem brauche die Einrichtung 600 000 Euro an Spenden pro Jahr. "Die Pflegesätze", bedauerte der Geschäftsführer, "sind einfach zu niedrig".

Eine Herzensangelegenheit ist für die Besucher offensichtlich auch das Open-Air. 500 Besucher, schätzte Ortsvorsteher Erwin Stocker, waren zu dem Konzert gekommen.

Bisher hatten die Organisatoren meist Glück mit dem Wetter. Es war zwar häufig bitterkalt, aber Schnee lag fast immer. Der Stimmung tat der Dauerregen erstaunlicherweise nun keinen Abbruch.

Die Menschen rückten unter ihren Schirmen zusammen, unterhielten sich und stimmten gemeinsam mit dem Posaunenchor Weihnachtslieder an. Der Chor unter der Leitung von Bernd Klaiber hatte das Konzert eröffnet.

Pfarrer Oliver Velm berichtete von seinem Besuch in einem Gefängnis, wo er mit den Insassen einen Weihnachtsgottesdienst feierte, und forderte die Menschen auf, sich auf den christlichen Kern von Weihnachten zu besinnen.

Später stand dann das Mühlbach Trio Plus auf dem zur Bühne umfunktionierten Lkw-Anhänger. Das "Plus" bedeutete, dass aus dem Trio ein Quintett wurde. Die Band stimme alte und neue Weihnachtslieder an. Und schon nach den ersten Takten war sie da: Die Weihnachtsstimmung, wegen der die Menschen in die Bergfelder Ortsmitte gekommen waren.