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Sulz a. N. Fusion ermöglicht Synergieeffekte

Marzell Steinmetz, vom 27.01.2012 09:01 Uhr
Einen weiteren Weg zum Abitur ermöglicht demnächst die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Sulz. Foto: dpa
Einen weiteren Weg zum Abitur ermöglicht demnächst die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Sulz. Foto: dpa
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Sulz - Das Wirtschaftsgymnasium ermöglicht ab dem kommenden Schuljahr an der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Sulz einen zweiten Weg zum Abitur.

Für Schulleiter Horst Sautter stellt dies allerdings keine Konkurrenz zum Albeck-Gymnasium dar. Vielmehr sei die neue Einrichtung eine Ergänzung zum allgemeinbildenden Gymnasium.

Immer mehr junge Leute wollten die Hochschulreife erlangen, stellt Sautter fest. Eine Tendenz, die auch die EU forciert. Er nennt als Beispiel die Pflegeberufe, für die bereits ein Hochschulabschluss gefordert wird. Die Abschlüsse sollen in Europa insgesamt auf eine höhere Ebene gestellt werden, glaubt Sautter, der eigentlich ein Anhänger des dualen Ausbildungssystems ist. "Aber auch da sieht man, dass zwei Drittel der Schüler in unseren Industrieklassen den Fachhochschulabschluss haben wollen". Die Tendenz gehe zu mehr Zusatzqualifikationen.

Die Einführung des Berufskollegs II (BK II), das die Fachhochschulreife ermöglicht, war bereits ein wichtiger Schritt. Das BK besuchten inzwischen aber auch Schüler, die in beruflichen Gymnasien mangels Plätzen nicht aufgenommen worden seien.

Dass der Bedarf für ein Wirtschaftsgymnasium in Sulz vorhanden ist, steht für Sautter fest. Fraglich war zunächst nur, ob eine kleine Berufsschule mit 300 Schülern und 16 Lehrern ein solches Projekt bewerkstelligen kann. Dieses Problem wird mit dem Zusammenschluss der Berufsschulen Oberndorf und Sulz jedoch gelöst.

Oberndorf erhält ein ernährungswissenschaftliches Gymnasium mit starker naturwissenschaftlicher Ausrichtung. Sulz ist dagegen stark in den Fächern Betriebs- und Volkswirtschaft sowie Informatik. Wenn beide Schulen kooperieren, seien, so Sautter, die "Synergieeffekte gewaltig". Damit entsteht im neuen Schuljahr ein Berufsschulzentrum Oberndorf/Sulz mit 700 bis 800 Schülern.

Die Initiative für die Fusion ging von Horst Sautter und seinem Oberndorfer Kollegen Wolfgang Springer aus. Anschließend folgten Gespräche mit dem Landrat und dem Regierungspräsidium. Der Sitz der gemeinsamen Berufsschule wird, wie es der Kreistag festgelegt hat, in den nächsten fünf Jahren in Oberndorf sein, bevor gewechselt wird. Erleichtert worden ist der Zusammenschluss dadurch, dass der Oberndorfer Berufsschullleiter nach diesem Schuljahr in den Ruhestand geht.

Die Schüler kommen in der Regel nach der mittleren Reife an der Realschule, Werkrealschule, zweijährigen Berufsfachschule oder nach der zehnten Klasse am Gymnasium (hier wäre auch schon der Wechsel nach Klasse neun möglich) an das berufliche Gymnasium.

"Das Abitur ist gleichwertig mit dem der allgemeinbildenden Gymnasien", betont Sautter. Der Vorteil ist nicht nur, dass die Schüler ein neunjähriges Gymnasium absolvieren können, sondern vor allem auch der berufsbezogene Unterricht. "Wir haben die Fachleute dazu", versichert Sautter. Die Berufsschullehrer seien qualifiziert, um bis zur Hochschulreife unterrichten zu können.

Personell ist die Sulzer Elly-Heuss-Knapp-Schule gut ausgestattet. Für das Wirtschaftsgymnasium stellt das Land weitere 1,5 Lehrerstellen zur Verfügung, noch mal soviele in Oberndorf.

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