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Sulz a. N. "Die Sprache ist schlechthin der Ausweis des Schwaben"

Von
Werner Mezger Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder-Bote

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Sulz-Fischingen. Werner Mezger beleuchtete auf der Burgruine Wehrstein Unterschiede zwischen Badener und Württemberger. Brechend voll war das vom Förderverein Burgruine Wehrstein aufgestellte Zelt am Mittwochabend. Der aus vielen Fernsehsendungen bekannte Volkskunde-Professor dozierte kurzweilig über die Schwaben und die Badener, ihre Herkunft und ihre Eigenarten.

Gut 100 Gäste fanden den Weg hinauf zur von der Abendsonne angestrahlten Burgruine. Hubert Breisinger, Vorsitzender des 82 Mitglieder zählenden Vereins, begrüßte die Besucher. Dass ihm das Ambiente gefiel, machte Mezger gleich deutlich: "Es ist wirklich vorbildlich, was Sie hier machen."

Schon die Biografie des Redners sorgte für Lacher im Publikum. Frisch und pfiffig bewarb er seine Geburtsstadt Rottweil, "die ja als schwäbisch gilt". Als älteste Stadt Baden-Württembergs sei sie eigentlich alemannisch und durch die lange Zeit als Freie Reichsstadt besonders geprägt. Nach seinem Studium im urschwäbischen Tübingen und einer Zwischenstation im Hohenzollerischen hat Mezger seine Heimat in Freiburg bei den "Gelbfüßlern" gefunden. Eigentlich, so Mezger, seien "Gelbfüßler" und "Sauschwobe" gar nicht so gegensätzlich, ebenso wenig wie Äpfel und Birnen. Dass die Schwaben nämlich die ersten "Gelbfüßler" waren, belegte Mezger durch ein altes württembergisches Lexikon von 1911. Darin hieß es, dass der Begriff als Schimpfwort für die Schwaben galt. Zudem sollte man wissen, dass die Bezeichnung "Schwabe" im 15. Jahrhundert einen Wandel erfahren hatte. Denn gemeint waren bis dahin alle Deutschsprachigen im alten Reich. "Der Abstand zu den Fettnäpfen, in die man treten kann, ist in Baden entschieden kleiner als bei den Württembergern", führte Mezger unter dem Gelächter der Zuhörer aus. "Das Badnerlied wird nicht rund um Karlsruhe am lautesten gesungen, sondern in Freiburg oder am Bodensee", erklärte der schwadronierende Schwabe.

Doch große Unterschiede prägten das alte und das neue Württemberg. Was letztendlich Alemannen und Schwaben am meisten unterscheidet, sei die Sprache. Die müsse man natürlich professionell erlernen, ein Nichtschwabe tue sich da schwer. Das Schwäbische sei eigentlich eine Unterabteilung des Alemannischen. Als Beispiel nannte Mezger den Tuttlinger Dialektsatz: "Wa hesch denn dau do dau?" ("Was hast denn du da gemacht?"). Damit löste Mezger bei den Gästen viel spontane Heiterkeit aus und vermittelte nicht zuletzt ein Weltbild vom Schwaben, das diesen als besonders gelungene Variante im "Ländle" aufwies. "Die Sprache ist schlechthin der Ausweis des Schwaben", stellte der Volkskunde-Professor dann fest. Gefühle könnten die Schwaben in farbenfrohem Dialekt rüberbringen. Schnell seien sie im Sprechen, weil sie einfach viele Silben weglassen. Pietisten, die fromm, sparsam und fleißig seien, verglich Mezger schließlich mit dem barocken Katholizismus, der das Badener Land dominiert. Seine Betrachtungen über Kirche, Fasnacht und Historie und den kuriosen Ausflug in die grammatikalischen Zusammenhänge untermauerte Metzger mit allerlei Charakteren und rührendem Scharfblick. Insbesondere seine schelmisch erzählten Witze trieben so manchem die Tränen in die Augen. Begeisterter Applaus beendete den vergnüglichen Abend.

 
 

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