Sulz-Dürrenmettstetten (hus). Rund vier Monate, etwas länger als geplant, dauerten die Restaurationsarbeiten im Innenraum der Dürrenmettstetter Kirche. Den Gottesdienst am Heiligen Abend kann die Gemeinde jedoch in der frisch renovierten Kirche feiern.

Dass der ursprünglich anvisierte Termin zum ersten Advent nicht eingehalten werden konnte, habe sich recht schnell gezeigt, so der erste Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Otto Kraft, und zwar als mit der Sanierung der Kirchenmauern angefangen wurde. Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Salpeter an der Kirchenmauer und der Holzwurm im Dachboden der über 250 Jahre alten Kirche brachten den Zeitplan ordentlich durcheinander.

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Der Innenputz an der West- und Südseite des Kirchenschiffes musste bis zu einer Höhe von eineinhalb Metern saniert werden. Gleichzeitig wurden auch alle Heizungsrohre und elektrischen Leitungen unter Putz gelegt, was dafür sorgte, dass der an manchen Stellen bis zu vier Zentimeter dicke Sanierungsputz annähernd drei Wochen Trockenzeit benötigte.

Der Altar, die Kanzelstütze und das Taufbecken wurden wieder in ihren Originalfarben aufgefrischt. Die Kirche hat indessen einen eigenen Stromanschluss bekommen. Auf dem Dachboden wurden Zähler und Verteilerkasten eingebaut. Bisher hatte man den Strom über das benachbarte Rathaus bezogen.

Mehrarbeit für den Zimmermann brachte der Holzwurm in einigen Holzböden auf den zwei Dachböden. Die freiwilligen Helfer hatten es nicht leicht, die über 250 Jahre alte, staubige Streu, die unter den Holzböden war, hinaus zu tragen. Bis unter die Dachspitze arbeitete der Zimmermann. Sparren mussten geschient oder ausgetauscht werden, einige Balken an der Decke wurden verstärkt. Diese Arbeiten und die aufwändigeren Mauerputzarbeiten bedeuten Mehrkosten von rund 20 000 Euro, so der Vorsitzende Otto Kraft. Die Innenrenovierungskosten waren mit insgesamt 100 000 Euro kalkuliert. Die Landeskirche bezuschusst die Sanierung aus einem Ausgleichsstock.

Ein Stück Technik ist in die Dürrenmettstetter Kirche mit dem Einbau einer elektroakustischen Anlage, kurz "ELA", eingezogen. Zentral steuert die Mesnerin in Zukunft die Beleuchtung, Glockengeläut, Beschallung und Heizung. Eine wesentliche Erleichterung für sie ist die Elektrifizierung der Totenglocke. Bis zu diesem Zeitpunkt musste die Glocke an einem langen Seil mehrere Minuten von Hand gezogen werden, so wie es früher üblich war – nun reicht ein Knopfdruck. Hörkassetten wird es hingegen nicht mehr geben. Die Aufnahmen des Gottesdienstes werden in Zukunft auf eine CD gebrannt. Diese ist vor allem für ältere Bürger gedacht, die nicht mehr in die Kirche kommen können. Die Anschaffung einer ausfahrbaren Leinwand mit Beamer werde allerdings auf das nächste Jahr verschoben, erklärte Otto Kraft, dafür reichen die finanziellen Mittel vorerst nicht aus.

Er findet es im Übrigen äußerst lobenswert, dass viele Gemeindeglieder mitgeholfen haben. "Sechs bis acht Helfer standen uns immer zur Verfügung, sei es beim Ausräumen oder Putzen", freut sich der Vorsitzende. Überhaupt gefalle ihm die Kirche durch die neue Farbgebung viel besser: "Sie ist heller und freundlicher geworden." Weil die Kirchengemeinde derzeit vakant ist, musste der Kirchengemeinderat die gesamte Planung übernehmen. Für schnelle Entscheidungen waren die Räte Wolfgang Kurtz, Udo Huß und Otto Kraft zuständig.

Die Endreinigung ist soweit abgeschlossen, die Glocken läuten auch wieder seit etwa drei Wochen. Demnächst wird der Christbaum aufgestellt, und die Gemeinde kann in einer schön gestalteten Kirche den Heilig-Abend-Gottesdienst feiern, der übrigens um 17.30 Uhr beginnt und von Pfarrer Villwock gehalten und vom Posaunenchor umrahmt wird.