Sulz a. N. Der erste Betrieb siedelt bald an

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Das über die Bertha-Benz-Straße gespannte Band wird durchschnitten und der "InPark A 81" damit eröffnet. Fotos: Steinmetz Foto: Schwarzwälder-Bote

Der "InPark A 81" ist eröffnet: Rund 120 Besucher kamen gestern zu diesem Ereignis. Mit dabei war auch Jürgen Herbst aus Sigmarswangen: der erste Unternehmer, der im interkommunalen Gewerbegebiet baut.

Sulz. Zwei offizielle Akte gingen den Festreden im extra aufgestellten Zelt voraus. Landrat Wolf-Rüdiger Michel sowie die Bürgermeister Gerd Hieber aus Sulz und Stefan Hammer aus Vöhringen enthüllten das Schild "Bertha-Benz-Straße". Sie ist die Haupterschließungsstraße für den ersten Abschnitt des Gewerbegebiets. Gleich danach durchschnitten Vertreter der Kommunen, Planer und der Baufirma das über die Bertha-Benz-Straße gespannte Band: Das war die offizielle Eröffnung des "InParks", der insgesamt 350 000 Quadratmeter umfasst. Nach dem ersten Bauabschnitt sollen noch zwei weitere folgen. Der nächste ist die "Ziegelei" auf Vöhringer Gemarkung.

Das interkommunale Gewerbegebiet hat eine längere Vorgeschichte. Erstmals sei darüber 2001 diskutiert worden, erzählte Bürgermeister Hieber. Danach ging nichts mehr, Sulz und Vöhringen gingen ihre eigenen Wege bei der Erschließung von Gewerbegrundstücken.

Doch 2007 sind die Gespräche wieder aufgenommen worden. Die beiden Kommunen haben die Steg Stadtentwicklung mit einer Machbarkeitsstudie für das gemeinsame Projekt beauftragt. Auf Sulzer Gemarkung musste man sich mit der Hochspannungstrasse der Bundesbahn und dem angrenzenden Flugplatz auseinandersetzen, auf Vöhringer Gemarkung waren ökologische Belange zu berücksichtigen. Auf der Industriebrache Ziegelei hatten sich seltene Tierarten eingestellt.

5,75 Millionen Euro werden investiert

2013 konnte der Zweckverband interkommunales Gewerbegebiet mit Mitgliedern aus den Gemeinderäten Sulz und Vöhrigen gegründet werden. Vorsitzender wurde Bürgermeister Hieber.

Im September 2015 erfolgte der Spatenstich für den ersten Erschließungsabschnitt. Sulz und Vöhringen investierten, so Hieber, 5,75 Millionen Euro für ihr Vorhaben, örtlichen Firmen sowie auswärtigen Unternehmen Gewerbeflächen bereitzustellen.

Hieber: "nicht einfach, optimistisch zu bleiben"

Die "Ziegelei" gehört der Eigentümergemeinschaft Sülzle. Dieser zweite Erschließungsabschnitt sei auf den ersten abgestimmt. Die Zusammenarbeit mit Sülzle und Partner bezeichnete Hieber als konstruktiv und vertrauensvoll. Der Zweckverbandsvorsitzende ist überzeugt, dass mit dem Abschnitt B ein positiver Effekt für das Gesamtgebiet erzielt werden könne.

"Es war aber nicht immer einfach, optimistisch zu bleiben", sagte Hieber mit Blick auf die vielen behördlichen Vorgaben für den Bebauungsplan, vor allem auch, was den ökologischen Ausgleich anging. Doch jetzt stellte er fest: "Es hat sich gelohnt, geduldig und ausdauernd zu sein."

Hieber teilte mit, dass derzeit mit fünf Unternehmen ganz konkrete Gespräche für Ansiedlungen im "InPark" geführt werden. Einen Namen konnte er bereits nennen: die Dachdeckerei Herbst aus Sigmarswangen.

Firmenchef Jürgen Herbst, der mit dem Fahrrad zur Eröffnung des neuen Gerbegebiets gekommen war, will noch in diesem Jahr bauen. In Sigmarswangen hat er für seine Firma mit vier Mitarbeitern keine Entwicklungsmöglichkeit mehr.

Hammer: ein "großer Tag" für die Kommunen

Der Landkreis Rottweil habe mit 52 Prozent verarbeitendem Gewerbe mit die höchste Industriedichte in Baden-Württemberg. "Wir haben allen Grund, Industrie und Gewerbegebiete auszuweisen", sagte Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Er ist zuversichtlich, dass sich das interkommunale Gewerbegebiet schnell füllt. Die Autobahnnähe und die Glasfaseranbindung seien dafür gute Voraussetzungen. Das neue Gebiet werde auch zum Wohlstand der Bevölkerung beitragen und qualifizierte Arbeitsplätze für die Jugend bieten.

Für beide Kommunen sei es ein großer Tag, trotz Widrigkeiten das Gewerbegebiet einweihen zu können, meinte Bürgermeister Hammer. Für seinen Kollegen Hieber hatte er ein Geschenk mitgebracht: einen bepflanzten Vöhringer "Boratschua". Dieser symbolisiere Bodenständigkeit und Haftung.

Seine Antrittsrede als Wirtschaftsförderer des interkommunalen Gewerbegebiets hielt Frank Börnard. Er referierte über den Tüftler Karl Drais, Erfinder der ersten Laufmaschine (auch Draisine genannt) vor 200 Jahren, nach dem eine weitere Straße im "InPark" benannt wird, und Bertha Benz. Sie war 1888 die erste Autofahrerin. "Heute beginnt die Vorfreude darauf, dass hier bald die Räder rollen, sich Zahnräder drehen und im Zeitalter von Industrie 4.0 digitale Daten mit maximaler Geschwindigkeit fließen", schloss Börnard seinen Vortrag.

Zwischendurch spielte das Trio "Ella" Jazz-Titel. Draußen gab es eine kleine Ausstellung mit Oldtimern des Autohauses Roth, einem Ultraleicht-Flugzeug und dem zu einem "Foodtruck" umgebauten Feuerwehrauto von Markus Bantleon.

Über einen Steg konnten die Besucher auch die ehemalige Ziegelei besichtigen. Das Gelände ist mit Planen ausgelegt. Momentan findet hier die Vergrämung von Eidechsen statt.

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