Sulz - Die Glascontainer direkt beim Kindergarten Schillerhöhe sind eine ständige Gefahrenquelle. Die Erzieherinnen lesen regelmäßig Scherben auf.

Das Problem ist nicht neu: Der Schwarzwälder Bote berichtete bereits im März vergangenen Jahres darüber. In der Zwischenzeit sei es eher schlimmer geworden, beobachtete Kindergartenleiterin Marion Maluga-Loebnitz.

Sie hat immer wieder darauf hingewiesen, dass sich Kinder beim Spielen im Freien verletzen können. Das sei aber nicht "so ernst genommen" worden, bedauert sie. Deshalb sind die Erzieherinnen dazu übergegangen, die im Garten und im Sandkasten herumliegenden Scherben, quasi als Beweismaterial, zu sammeln. In den vergangenen Wochen ist ein kleiner Eimer mit größeren und kleinen Scherben gefüllt worden.

Bei warmem Wetter gehen die Kinder gern barfuß nach draußen. Auch im Winter sind sie jeden Tag im Garten. Die Kinder wollen sich austoben und bewegen, das ist pädagogisch so gewollt. Aber das sollten sie ohne Verletzungsgefahr tun können, meint die Kindergartenleiterin. Bevor die Kleinen hinaus dürfen, suchen die Erzieherinnen den Außenbereich nach Scherben ab. Oft genug werden sie dabei fündig. Es ist bislang zwar noch nichts passiert. Aber irgendwann kann ja doch einmal eine Scherbe übersehen werden und ein Kind darauf treten.

Gestern lagen vor dem Glascontainer eine Plastiktüte und zahlreiche kleine Glassplitter. Offenbar, vermutet Marion Maluga-Loebnitz, hat jemand mutwillig Flaschen zertrümmert. Etwas weiter entfernt waren auf der Asphaltfläche ebenfalls Splitter verstreut.

Die Glascontainer befinden sich seit fast fünf Jahren beim Kindergarten auf der Schillerhöhe. Zuvor waren sie im Kreuzweg aufgestellt. Weil dort aber gebaut wurde, konnten sie nicht bleiben.

Den Erzieherinnen des Kindergartens und der Nachbarschaft ist bereits unterstellt worden, dass sie die Container nur wegen der Lärmbelästigung weghaben wollten. "Der Lärm stört mich nicht", betont Marion Maluga-Loebnitz, "aber die Sicherheit der Kinder steht bei mir an oberster Stelle".

Karl-Heinz Steng, bei der Stadtverwaltung für Glascontainer-Plätze zuständig, hat schon vor einem dreiviertel Jahr keine Möglichkeit gesehen, die Behälter zu verlegen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. "Ich habe keine Alternative", bedauert er. Er sieht den Glascontainerplatz auf der Schillerhöhe allerdings auch nicht als Problemstandort an.

So kann Marion Maluga-Loebnitz an die Leute, die ihr Glas einwerfen, nur appellieren, den Platz wieder ordentlich und scherbenfrei zu verlassen.