
Von Ingrid Vögele Sulz. Es war schon etwas Besonderes, die "International Magic Tenors" auf ihrer "Absolutely Live Tour" bei einem Konzert zu erleben. Musikalische Höhepunkte wurden nonstop grandios präsentiert.Bereits den Auftakt, nämlich das einzelne Auftreten der Tenöre im eleganten Outfit zu "Granada", weitergeführt mit internationalen, bunt gemischten Hits, konnte man als kleine Vorschau verstehen.
In der Begrüßung versprach der Ire Derek Moloney, Melodien aus Oper, Operette, der Rock- und Pop-Szene sowie deutsche Lieder als "kontrolliertes Schreien" zu bieten. Dieser Part begann ganz klassisch mit "Dein ist mein ganzes Herz", so inbrünstig gesungen, dass es ganz im Sinne des Komponisten Franz Lehár war. Zart und einfühlsam dagegen erklangen "Die Rose" und "Amazing Grace". In der ausverkauften Stadthalle hätte man währenddessen eine Stecknadel fallen hören können, so mucksmäuschenstill und gebannt lauschte das Publikum den Sängern.
Bei dem Udo-Jürgens-Klassiker "Mit 66 Jahren" flogen auch mal die Jackets der Tenöre in die Ecke der Bühne in der Stadthalle und das Mikrofon durch die Luft.
Mit Discosound ging es weiter, und pure Lebenslust sprang mühelos jetzt, wenn nicht schon vorher, bei einem "ABBA"-Song, auf die begeisterten Zuschauer über, erst recht bei der "Bohemian Rhapsody" von Queen.
Auch nach der Pause blieb das Bühnenbild reduziert, und ein feiner, brillanter Bühnensound sowie eine perfekte Choreographie unterstrichen "Once upon in my life" aus dem "Tanz der Vampire" und "Maria" aus dem Musical "West Side Story". Die ausgefeilte Choreographie und Lichteffekte sorgten überhaupt für viel Dynamik auf der Bühne. Walzertakte von "Que sera, sera" begleiteten die Zuhörer mit Klatschen. Bei dem Gospel-Song "Oh happy day" mischten sich die Sänger sogar unters Publikum – und alle Zuhörer standen auf und bewegten sich im Takt mit den acht jungen und magischen Tenören.
Ein Ausflug in die Seemannswelt mit der Nordseeküste und dem plattdeutschen Strand, kurzerhand an den Neckar verlegt, wuchs sich zu einem gigantischen Shanty-Chor aus, war doch allgemeines Mitsingen angesagt, eine Aufforderung, der das Publikum gerne und gekonnt nachkam.
Leisere Töne ließen das Ende der Aufführung erahnen. Ungewohnt, auf der Bühne sitzend oder scheinbar zufällig locker dastehend, stimmten die Sänger Frank Sinatras wehmütige Hymne "I did it my way" an. Mit jeweils einer Hand auf der Schulter des neben ihnen stehenden Sängers verdeutlichten die Tenöre ihre gemeinsame Liebe zur Musik mit dem Lied "Music was my first love". Ohne drei Zugaben ließ das Publikum diese exzellenten Tenöre nicht gehen. "La-le-lu", der Beatles-Song "Hey Jude" und erst recht "Twist and shout" überzeugten nochmals mit einem hohen Spaßfaktor. Beim letzten Stück durfte sogar das Publikum twisten.
Insgesamt zeigte diese internationale junge Gruppe, dass klassische Gesangsausbildung mehr bedeutet als Oper und Operette, denn auch in der Pop-Welt konnten die Sänger durch ihre gesanglichen Qualitäten überzeugen.