Südwest-CDU Schäuble voraussichtlich wieder Spitzenkandidat
dpa/lsw, 25.02.2013 14:30 Uhr
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gibt am 21. März 2012 eine Pressekonferenz in Berlin. Die Südwest-CDU zieht voraussichtlich wieder mit Schäuble in den Wahlkampf.Foto: dpa
Stuttgart - Die Südwest-CDU zieht voraussichtlich wieder mit Wolfgang Schäuble als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf. Auf den zweiten Platz soll Annette Schavan (CDU) kommen, die kürzlich in der Plagiatsaffäre als Bundesbildungsministerin zurückgetreten war. Das erklärte CDU-Landeschef Thomas Strobl am Montag in Stuttgart nach einer Präsidiums- und Vorstandssitzung.
Bundesfinanzminister Schäuble sei ein sehr bekannter und respektierter Politiker, erklärte Strobl. Und mit dem zweiten Listenplatz für Schavan wolle die CDU zeigen, dass sie trotz der juristischen Auseinandersetzung um den Doktortitel zu der Politikerin stehe. Die Arbeit von Schavan als Bundesministerin sei anerkannt. Auch sei sie vielen Bürgern noch als Kultusministerin im Südwesten in Erinnerung. Schon 2009 stand Schavan auf Platz zwei der Liste.
Parteitag am 27. April in Fellbach
Der Parteitag soll die Landesliste offiziell am 27. April in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) beschließen. Für die Partei ist sie aber untergeordneter Bedeutung: 2009 waren alle 37 CDU-Politiker aus dem Südwesten über ein Direktmandat in den Bundestag gekommen - auch Schavan über ihren Wahlkreis Ulm.
Auf Listenplatz drei kommt wohl Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder. Für den vierten Platz ist die Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz, vorgesehen. Strobl selbst will auf dem fünften Platz antreten.





Es klingt wie Hohn
In dem Artikel 'Homo-Ehe: Merkels nächste Wende' (SchwaBo vom 27.02.2013) meldet sich ausgerechnet Wolfgang Schäuble, seines Zeichens 'Noch'-Bundesfinanzminister zu Wort. Auch er befürwortet ein Umdenken in der konservativen CDU zur Gleichstellung von Homo-Ehen und wird dann zitiert: die Frage 'nicht taktisch zu behandeln, sondern inhaltlich', also müsse die CDU prüfen 'ob die Meinungen ihrer Funktionäre noch deckungsgleich sind mit denen der Bevölkerung'. Schade nur, dass Schäuble diesen Denkansatz nie verspürte, als es um die Bewältigung der EURO-Krise ging, als er im Parlament massiv für den ESM und den Fiskalpakt warb, den über 80 % der Bevölkerung abgelehnt haben. Die Abrechnung folgt sicher am 22. September 2013. Griechenland und Italien, ja sogar der brtische Premier Cameron, haben uns bereits gelehrt, was sie vom vereinigten Europa halten.
Schäuble besser in Ruhestand
Für den Fall, Schäuble erreicht in seinem Wahlkreis Gengenbach im Ortenaukreis das Erststimmenmandat nicht, will ihn die CDU über die Landesliste absichern. Dafür sorgt sein Schwiegersohn Strobl, derzeit noch Landesvorsitzender einer 'Scheißpartei' (Zitat Mappus). Man könnte meinen, eine rein familiäre Angelegenheit. Schäuble symbolisiert derzeit wie kein anderer deutscher Politiker, wie geil er auf Machtausübung ist. Dabei hätte er auch das Alter, endlich aufzuhören. Deutschland braucht Schäuble nicht. Niemand wird ihn vermissen. Das weiß er nur zu gut, deshalb hängt er an seinem Amt.