Stuttgart/Hof - Die Verlagsgruppe Hof-Coburg-Suhl (HCS) löst ihre gemeinsame Mantelredaktion in Coburg (Bayern) auf und erhält künftig redaktionelle Inhalte von den "Stuttgarter Nachrichten". Das teilten die beiden mehrheitlich zur Südwestdeutschen Medien Holding GmbH zählenden Verlagshäuser am Donnerstag in Stuttgart mit. Von Januar 2010 an werde die redaktionelle Partnerschaft greifen, wonach die HCS-Zeitungen "Frankenpost" (Hof), "Neue Presse" (Coburg), "Freies Wort" (Suhl) und "Südthüringer Zeitung" (Bad Salzungen) überregionale redaktionelle Inhalte aus Stuttgart überspielt bekommen.

Die vier Blätter der Verlagsgruppe HCS verkaufen zusammen nach Verlagsangaben 170.000 Exemplare in Bayern und Thüringen. Die Produktion der Mantelseiten wird künftig für die bayerischen Blätter in Hof und für die thüringischen Zeitungen in Suhl an den newsdesks zentralisiert; die Mantelredaktion "Text & Bild Redaktionspartner GmbH" in Coburg werde zeitgleich aufgelöst. Der Bayerische Journalistenverband (BJV) beklagte, dass acht Beschäftigten damit die Kündigung drohe und die Vielfalt bei den Tageszeitungen erneut sinke.

"Uns geht es um Lesernähe und Qualität", erläutert HCS- Geschäftsführer Thomas Regge (44) den Schritt. "Wir erhalten von Stuttgart Inhalte in hoher journalistischer Qualität und können uns damit noch intensiver auf die regionale Ausrichtung unserer Zeitungen konzentrieren." Für die Inhalte der "Stuttgarter Nachrichten" wächst die Reichweite laut Chefredakteur Christoph Grote (43) damit auf eine verkaufte Auflage von täglich mehr als 540.000 Exemplaren. Dies beweise erstmals, dass das redaktionelle Partnerschaftsmodell des Blattes auch außerhalb Baden-Württembergs attraktiv sei.