
Stuttgart - Der Beginn der Abrissarbeiten am Bahnhof-Südflügel befeuert den Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21“. Am späten Montagabend blockierten nach Polizeiangaben rund 150 Projektgegner den Planietunnel in der Stuttgarter Innenstadt. Zuvor hatten sich tausende Menschen an der traditionellen Montagsdemonstration beteiligt.
300 Demonstranten hatten den Charlottenplatz blockiert
Der Autotunnel sei in beide Richtungen unbefahrbar, sagte ein Polizeisprecher. Geräumt worden sei aber zunächst nicht, weil zu wenige Polizisten zur Verfügung ständen. Zuvor hätten 300 Demonstranten den nahe gelegenen Charlottenplatz rund 20 Minuten lang blockiert, ihn dann aber freiwillig wieder verlassen. Festgenommen worden sei bislang niemand.
Am Montagnachmittag war mit dem Abriss des Südflügels begonnen worden, der dem Tiefbahnhof weichen soll. Mit dem Fällen und Verpflanzen der Bäume im Stuttgarter Schlossgarten ist nach Angaben der Bahn in den kommenden zwei Wochen zu rechnen.
Blockaden stoßen bei Veranstaltern auf geteilte Meinung
An der 109. Montagsdemonstration beteiligten sich nach Veranstalterangaben mehr als 5.000 Menschen, die Polizei sprach von 2.300 Teilnehmern. Die evangelische Pfarrerin Guntrun Müller-Enßlin sagte in ihrer Rede: „Es blutet einem das Herz angesichts der offenbar durch nichts mehr aufzuhaltenden finalen Barbarei inmitten unserer Stadt.“
Die Blockaden stießen bei den Veranstaltern der Demonstration auf geteilte Meinung. Parkschützer Matthias von Herrmann sagte, er finde es „nicht prickelnd, dass der Verkehr gestört wird“. Andererseits seien die Blockaden auch Ausdruck der Empörung. „So etwas passiert an dem Tag, wo der Südflügel zerstört wird.“
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