Stühlingen Brand in Munitionslager: Polizei geht von Mord aus

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In diesem Haus in der Lindenstraße in Stühlingen betrieb der 88-jährige Inhaber sein Geschäft für Schießsport, Jagd- und Fischereibedarf. Foto: Köpfer

Stühlingen - Der Mann, der nach einem Brand in Stühlingen am Montagabend vergangener Woche tot aufgefunden wurde, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ermordet worden.

Es handelt sich um den 88-jährigen Inhaber eines Geschäfts für Schießsport, Jagd- und Fischereibedarf. Außerdem soll der Brand im Verkaufsraum des Geschäfts, in dem auch Waffen und Munition gelagert wurden, vorsätzlich gelegt worden sein.

"Aufgrund der bei der Obduktion festgestellten Befunde und der Spurenlage am Tatort gehen die Ermittler derzeit vom Verdacht eines Tötungsdeliktes aus. Die zur Brandursachenfeststellung hinzugezogenen Sachverständigen des Landeskriminalamtes sehen nach den bisherigen Befunden eine Brandstiftung als sehr wahrscheinlich an", so Paul Wißler, Pressesprecher der Polizei.

Ansonsten geben sich Polizei und Staatsanwaltschaft in diesem Fall derzeit noch sehr bedeckt. Weder zur genauen Todesursache, noch zur Frage, ob Waffen oder Munition entwendet wurden, wollte Pressesprecher Paul Wißler aus "ermittlungstaktischen Gründen" etwas sagen. Für die weiteren Ermittlungen seien noch weitergehende, umfangreiche kriminaltechnische und rechtsmedizinische Untersuchungen erforderlich.

In dem Verkaufsraum in dem mehrstöckigen Gebäude, in dem das Feuer ausgebrochen ist, lagerten auch Waffen und Munition, was die Brandbekämpfung für die Feuerwehr sehr erschwert hat. "Es gab am Anfang massive Detonationen, Schüsse haben sich gelöst und Projektile sind teilweise durch die Fenster nach außen gedrungen. Deshalb mussten wir den Einsatz auch zweimal abbrechen", berichtete Gerhard Pfeifer, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Stühlingen, der die Brandbekämpfung am Montagabend geleitet hat. Obwohl der Brand nicht sonderlich groß war, musste der Raum erst einmal mit Schaum geflutet werden, um die Sicherheit der Feuerwehrleute zu gewährleisten. "Durch den Brand und den Schaum bei den erforderlichen Löschmaßnahmen ist eine starke Beeinträchtigung der Spurenlage eingetreten, was die Auswertung in besonderem Maße erschwert", stellen die Ermittler fest.

Beim zuständigen Kriminalkommissariat in Waldshut-Tiengen wurde eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet, "um die notwendigen Ermittlungen zeitnah durchführen zu können". Nachdem die Untersuchungsergebnisse den dringenden Verdacht auf ein Tötungsdelikt ergeben haben, sei die Ermittlungsgruppe zu einer Sonderkommission hochgestuft worden. Derzeit sind über 20 Kriminalbeamte mit diesem Fall betraut, berichtet Paul Wißler.

Der 88-Jährige war gebürtiger Stühlinger, lebte jahrzehntelang unter anderem in München, ehe er in seine Heimatstadt zurückkam. Er galt als kommunikativer Mensch und war im Ort gerade auch bei Jüngeren beliebt. Um weitere Hinweise zu diesem Tötungsdelikt zu bekommen, bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe mit folgender Frage: Wer hat am Montag, 15.Februar, zwischen 16 und 19.30Uhr im Bereich des Brandortes, der direkt an die Parkplätze des Penny- und Rewe-Marktes in Stühlingen anschließt, verdächtige Wahrnehmungen gemacht?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Waldshut-Tiengen unter der Telefonnummer 07741/8316218 entgegen.

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