Ausreichend Studienplätze, interessante Studiengänge: Wir sprachen mit dem baden-württembergischen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Prof. Dr. Peter Frankenberg auch über den Bachelor- und Masterabschluss.

Doppelter Jahrgang 2012! Wird es für alle Schulabgänger, die studieren wollen, einen Studienplatz geben oder muss mit strafferen Zulassungsbeschränkungen gerechnet werden?

Die Studienchancen der jungen Generation sind durch das Ausbauprogramm "Hochschule 2012" gesichert. Wir haben dafür gesorgt, dass jeder Abiturient des Jahrgangs 2012, der in Baden-Württemberg ein Studium aufnehmen möchte, dies auch tun kann. Dafür werden in den Jahren 2012 und 2013 jeweils 20 000 zusätzliche Studienanfängerplätze zur Verfügung stehen. Dies entspricht etwa der Kapazität von drei großen Universitäten oder mehr als der Gesamtkapazität aller Fachhochschulen Baden-Württembergs vor dem Ausbau. Das Land schafft neue Anfängerplätze vorrangig in Studienangeboten mit guten Perspektiven am Arbeitsmarkt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Studiengängen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften, aber auch in Wirtschaftswissenschaften und im sozialen Bereich. Der Ausbau erfolgt in drei Tranchen. Die erste Tranche umfasste die Jahre 2007 und 2008, wobei der Schwerpunkt der Ausbaumaßnahmen bei den Fachhochschulen und der Dualen Hochschule (ehemals Berufsakademien) gelegt wurde. Die zweite Tranche ist im Wintersemester 2009/10 angelaufen; bis zu diesem Zeitpunkt sind seit Beginn des Programms im Jahre 2007 schon rund 8600 zusätzliche Plätze eingerichtet worden. Mit dem Abschluss der zweiten Tranche zum Wintersemester 2010/2011 werden dann insgesamt 11 500 zusätzliche Studienanfängerplätze an allen Hochschulen in Baden-Württemberg eingerichtet sein.

Alle Welt spricht vom Mangel an technischen Absolventen. Was ist, wenn Schüler Lehramt, Forstwirtschaft oder Sozialpädagogik studieren wollen?

Voraussetzung für Erfolg in Studium und Beruf ist die richtige Studienwahl. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig und umfassend zu informieren. Die Studienwahl sollte vorrangig nach eigenen Interessen und Fähigkeiten und nicht ausschließlich aufgrund von wirtschaftlichen Erwägungen getroffen werden. Welche Studiengänge zu welchen Interessen und Fähigkeiten passen, können Interessierte beim Orientierungstest www.was-studiere-ich.de erfahren. Jedoch ist es sinnvoll, ein Technikstudium nicht vorneweg auszuklammern, nur weil es als "schwierig" gilt.

Um die Schüler bei der Studienwahl zu unterstützen, haben wir die Informations- Kampagne "Gscheit studiert." ins Leben gerufen. Durch "Gscheit studiert." erfahren die künftigen Studierenden alles über die Studienangebote baden-württembergischer Hochschulen, die verschiedenen Hochschularten, die Studienabschlüsse Bachelor und Master, über Bewerbungsund Zulassungsregelungen der Hochschulen und die Finanzierung des Studiums. Die Kampagne "Gscheit studiert" besteht aus vielfältigen Kommunikationsmaßnahmen. Die Website www.studieninfo-bw.de bietet zum Beispiel alle Studiengänge, daneben gibt es die Broschüre "Studieren in Baden-Württemberg – Studium, Ausbildung, Beruf", die jedes Jahr neu für die Oberstufenschüler herausgegeben wird. Um die Studieninformationen aktuell an die Schüler zu vermitteln, kommen ausgebildete "Studienbotschafter" an die Schulen.---

Ist eine Weiterqualifizierung durch beispielswiese einen Masterabschluss überhaupt noch ratsam vor dem Hintergrund, dass in 2015 laut einer Studie des Wirtschaftsministeriums 100 000 Hochschulabsolventen fehlen?

Der Bachelor als berufsqualifizierender Studienabschluss ermöglicht einen Berufseinstieg schon nach sechs bis acht Semestern. Im Studium wird deshalb neben der wissenschaftlichen Fundierung großer Wert auf Praxisnähe gelegt. Neben reinem Fachwissen erlernen die Studierenden auch Methodenkompetenz und Schlüsselqualifikationen. Im Masterstudium sollen Kompetenzen erweitert oder vertieft werden – entweder unter Einbeziehung berufspraktischer Erfahrungen oder im Rahmen von weitergehender Forschung. Ein Masterstudium kann in direktem Anschluss an ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium aufgenommen werden, oder auch zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise um nach einer ersten beruflichen Einstiegsphase Qualifikationen weiter zu entwickeln.

So wie bei der Studienfachwahl gilt auch hier: Eigene Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen kennen und nach ihnen handeln. Wer zum Beispiel eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte sich für den Master entscheiden. Wer rasch wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen möchte, sollte nach dem Bachelor in den Beruf einsteigen und vielleicht später einen berufsbegleitenden Masterstudiengang absolvieren, um das Wissen zu aktualisieren und zu spezialisieren.

www.was-studiere-ich.de

www.studieninfo-bw.de

 
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