Straubenhardt. Der Enzkreis hat noch einmal mit sich reden lassen. Nach hartem Ringen im Kreistag müssen die Gemeinden nur noch 66 Millionen Kreisumlage zahlen. Landrat Karl Röckinger hatte anfangs 70 Millionen Euro gefordert. Darüber freuten sich die Straubenhardter Gemeinderäte, als sie den Haushalt der Gemeinde beschlossen. Denn so muss die Kommune 264 300 Euro weniger an den Kreis bezahlen und für die anstehenden Investitionen nicht ganz so viel Geld vom Sparbuch abheben.

Statt wie geplant 1,3 Millionen Euro entnimmt die Gemeinde voraussichtlich nur knapp eine Million aus den Rücklagen. "Wir halten es für absolut richtig, einen Teil der Rücklagen in die Verbesserung und den Erhalt unserer Infrastruktur zu investieren", sagte Jörg Gube, CDU-Fraktionsvorsitzender. Die Investitionen in die Zukunft müssten jedoch nachhaltig sein und dürften künftige Haushalte nicht zusätzlich belasten.

Zu diesen Investitionen gehören vor allem die Planung und der Bau einer neuen Seniorenwohnanlage oder einer alternativen, neuen Wohnform. Eine Million Euro ist dafür 2013 im Haushalt vorgesehen. Weitere 1,5 Millionen Euro werden in jedem Fall im Haushaltsjahr 2014 eingeplant. Dazu hat sich der Gemeinderat bereits jetzt verpflichtet. Im kommenden Jahr soll außerdem die Diskussion um ein neues Rathaus fortgesetzt werden. Die Mittel hierfür stehen allerdings noch aus dem aktuellen Haushalt zur Verfügung.

Viel Geld lässt sich die Gemeinde die Kindergärten kosten. 17 Stellen wurden in diesem Bereich zusätzlich geschaffen, darunter eine Kindergartenbeauftragte. "Wir erhoffen uns weniger Probleme zwischen Erzieherinnen und der Personalverwaltung, wie auch eine Verbesserung der Kontakte zwischen Eltern und Verwaltung sowie eine bessere Problemlösung bei Konflikten", sagte Hans Vester (SPD). Allerdings kommen durch die Einstellungen im Kindergartenbereich zusätzliche Personalkosten von 800 000 Euro auf die Gemeinde zu.

Bis auf die geänderte Kreisumlage weicht der von den Gemeinderäten beschlossene Haushalt allerdings nur kaum vom ersten Entwurf des neuen Rechnungsamtsleiters Jörg Bischoff ab. "Die Verwaltung hat bereits im Vorfeld den Haushaltsplanentwurf auf sein Einsparpotenzial durchforstet und einige Einschnitte vorgenommen, so dass bei den Beratungen des Gemeinderates nicht mehr allzu viel Spielraum nach unten war", erklärte Horst Reiser, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.