Straubenhardt-Conweiler. Frohe Weihnachten", sagte Pfarrer David Gerlach augenzwinkernd zu den Gästen in der Martinskirche Conweiler. Denn vor der Tür der evangelischen Kirche, die vor genau 100 Jahren eingeweiht worden war, sah es aus wie im dicksten Winter. Doch der Schnee sei besser als 1912 der Regen. "Es war und ist ein großer Tag – damals und heute", so Gerlach.

Wenn auch das Fest im Anschluss ins Gemeindehaus verlegt werden musste, nahmen viele Besucher den Weg zum Jahrhundertfest und Festgottesdienst auf sich. Unter dem Motto "100 Jahre Martinskirche – Mitten im Dorf. Ein Platz für alle" stellten die zwei Veranstaltungen den Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten dar.

"Die Steine der Kirche könnten Geschichten von Glück und Leid erzählen", sagte Dekan Joachim Botzenhardt bei der Feststunde von Kirche und Vereinen. Bürgermeister Willi Rutschmann machte auf das Altarbild "Der sinkende Petrus" von Karl Bäuerle aufmerksam: "Es strahlt Hoffnung und Zuversicht aus".

Als Vertreter der örtlichen Vereine gratulierte Helmut Spiegel. "Weilar grüßt Conweiler", lautete das Grußwort von Barbara Rodeck, Ursel Büchner und dem unlängst konfirmierten Benjamin Gappert aus der thüringischen Partnergemeinde. Trotz Schnee und Kälte hatten sie sich auf den Weg gemacht, um einen "grünen" Gruß in Form einer Pflanze zu überbringen.

Speziell für das Jahrhundertfest hatte auch Bernd Philippsen, Dirigent des Gesangvereins "Freundschaft" Conweiler, ein neues Musikstück geschrieben: "Die Wohnungen des Herrn" nach Psalm 84. Mit zwei Trompetern, zwei Hornisten und dem Schlagzeuger des Musikvereins "Lyra" Conweiler wurde die Vertonung uraufgeführt und mit viel Beifall bedacht.

Philippsen begleitete den Chor am Klavier, ebenso bei Stücken wie "Oh happy day" oder "Laudato si". Auch der Musikverein bereicherte den Abend unter Leitung von Alfred Hess, etwa mit dem Medley "Spirit of Gospel". Wie reich das Gemeindeleben ist, machten die Jugendlichen Nina Keppler und Jana Härter mit ihrem Video "Die Kirche lebt" deutlich.

Gezeigt wurden bewegte Bilder, die mit fetziger Popmusik unterlegt waren. Mit "Geh’ aus, mein Herz und suche Freud’?" sang sich die Gemeinde einmal quer durchs Gesangbuch, bevor das Fest bei Glühwein und Schnitzel-Weck, serviert von Feuerwehr sowie Schachclub, fortgesetzt wurde. "Mich hat es gefreut, dass das ganze Dorf mitgefeiert hat", zog Gerlach zufrieden Bilanz.