Straubenhardt Stützmauer wird ein Schmuckstück

Schwarzwälder-Bote, 16.05.2012 08:00 Uhr

Straubenhardt-Ottenhausen. Seit einigen Wochen tut sich etwas an der 70er-Jahre-Betonwand in der Ortsmitte: Pünktlich, wenn sich die Ersterwähnung von Ottenhausen-Rudmersbach zum 750. Male jährt, wird die graue Stützmauer zum Schmuckstück.

2000 Steine zur Mauerverblendung hätten den Festjahresetat gesprengt, daher werden die Sandsteine aufgemalt. Initiator Manfred Gänger, Vermessungsingenieur im Unruhestand, hatte die Idee schon länger im Gepäck. Jetzt wird sie Wirklichkeit – mit fachgerechter Planung und Vorbereitung, wie von Jörg Gube und Erich Walter. So wurde von zahlreichen sachkundigen Händen die Wand zunächst hochdruckgereinigt, Mauerrisse abgedichtet und Dichtungsschlämme aufgebracht.

Mit Roland Schmid aus Feldrennach ist ein Künstler gewonnen worden, der nicht nur Gängers Planungen und Ideen in Acrylbilder umsetzt, sondern auch mit viel Geduld und Humor Samstag für Samstag motivierte Ottenhäuser Laien beim Mauerstein-Malen anleitet.

Denn auch einen Mauerstein zu malen ist eine Kunst, wie die Helfer erfahren: messen, anreißen, abkleben, Grundfarbe, Schattenfarbe, Sonnenfarbe auftragen, nachwischen, abziehen und Steinschatten pinseln. Derweil vermisst Gänger mit seinem Fortgeschrittenenteam schon den nächsten Mauerabschnitt.

Eines behält sich Künstler Schmid vor. Die zehn Fenster mit historischen Motiven aus der Rudmersbacher und Ottenhäuser Geschichte, liebevoll detailliert entworfen, malt er persönlich unter der Woche. Da entstehen etwa Ansichten vom Schloss, der Nikolauskirche oder vom Schulhaus. Hinzu kommen Wappen und Embleme der Vereine, daran dürfen sich die jeweiligen Mitglieder dann selbst versuchen.

Eines ist jetzt schon klar: Immer mehr Ottenhäuser aller Altersstufen finden sich ein, ihre Mauer mitzugestalten. Ein Erfolg auch für Sigune Wieland, die Woche für Woche dazu einlädt. Bürgermeister Willi Rutschmann, der bei den Arbeitern immer wieder vorbeischaut, ist beeindruckt vom Projektfortschritt. So ist die Mauer schon jetzt ein gelungenes Ottenhäuser Gemeinschaftsprojekt.

 
 
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