Straubenhardt. Es gibt sicherlich viele Dinge, die Straubenhardter Gemeinderäte gerne tun. Aber eines gehört ganz sicher nicht dazu: Geld der Gemeinde ausgeben. So wurden die Gesichter länger und länger, als Jonas Nettekoven vom Ingenieurbüro Winkler und Partner in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Ergebnisse einer Sicherheitsprüfung der Straubenhardter Wasser-Rückhaltebecken vorstellte. In die Dämme Mostklinge, Burgtal, Schwann und Neue Wiesen muss die Gemeinde in den nächsten Jahren ordentlich investieren.

Dies liegt einmal an Mängeln, die aufgetreten sind – vor allem aber an veränderten Richtlinien und Technikstandards. So entspricht beispielsweise laut Nettekoven die Befestigung von Dämmen mit Bäumen und Büschen heute nicht mehr den Vorschriften. Am meisten ist am Mostklinge-Damm in Schwann zu tun. Das Planungsbüro rechnet damit, dass hier rund 360 000 Euro investiert werden müssen. So trete dort beispielsweise Wasser aus, von dem man nicht sicher sagen könne, woher es komme. "Das ist gar nicht gut", formulierte es Nettekoven.

Aber auch in die Rückhaltebecken Burgtal, Schwann und Neue Wiesen wird die Gemeinde investieren müssen. Nettekoven schätzt die Kosten für die Instandsetzung bei allen vier Rückhaltebecken auf insgesamt 870 000 Euro. "Es besteht allerdings kein sofortiger Handlungsbedarf", erklärte Erhard Winkler, Geschäftsführer des Ingenieurbüros. Dennoch mahnte er, sich nicht allzu viel Zeit zu lassen, um die Sanierungen in Angriff zu nehmen. "Sicherheitsanpassungen werden derzeit sehr hoch vom Land bezuschusst", er spricht dabei von 70 bis 90 Prozent. Die Verwaltung riet dazu, im Haushalt für das kommende Jahr Geld einzustellen und zu planen, welche Maßnahmen zuerst angegangen werden.