
Straubenhardt/Neuenbürg. Dreht sich auch in der Kirche alles ums Sparen? Werden Pfarrstellen gestrichen und Immobilien verkauft? Wichtige Informationen von der Herbstsynode der evangelischen württembergischen Landeskirche – sozusagen dem Landes-Kirchenparlament – erhielten rund 25 Interessierte aus Birkenfeld bis Bad Wildbad im Ottenhäuser Gemeindehaus.
Mit Anja Holland aus Bad Teinach, Reinhard Kafka aus Bad Wildbad und Dekan Werner Trick aus Neuenbürg standen drei der vier für den Wahlkreis Nagold/Calw/Neuenbürg gewählten Synodale Rede und Antwort zu den die Woche zuvor in Stuttgart getroffenen Entscheidungen. Zunächst fasste Dekan Trick den Bericht von Landesbischof Frank Otfried July zusammen, der unter dem Thema "Gedanken zum Gottesdienst" gestanden und Gottesdienst – nicht nur am Sonntagmorgen – als Mitte christlicher Gemeinde definiert habe. Außerdem, so Trick, sei Mission im Sinne von Einladung zum Glauben weiterhin ein wichtiger kirchlicher Auftrag.
Holland berichtete über Gespräche zum Spannungsfeld zukünftige Ganztagesschule und kirchliche Jugendarbeit, wobei die Kirchenseite frühzeitig aktiv mitgestalten wolle. Auf Zuhörerfragen beschrieb Trick die Lage bei Ehen im Pfarrhaus mit nichtchristlichen Partnern: Das Pfarrerdienstrecht sehe keine Alternative zur Entlassung vor.
Bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften seien Einzelfallentscheidungen möglich, grundsätzlich gelte die Bibel mit der Aussage "Mann und Frau" als Maßstab für Lehre und Leben.
Kafka, Mitglied im Finanzausschuss, rechtfertigte einen weiteren Sparkurs in Hinblick auf den demografischen Wandel. Der Haushalt sei solide, Rücklagen könnten für wichtige Dinge durchaus aufgelöst werden. Knackpunkt sei die Personalplanung der Landeskirche, die im Pfarrplan 2018 aufgrund der Mitgliederentwicklung einen Stellenabbau von 87 der gesamt 1479 Pfarrstellen vorsieht. Für den Kirchenbezirk Neuenbürg bedeutet das den Abbau von zwei vollen Stellen.
Bis zur Herbstsynode 2012, so Trick, werde der Bezirksausschuss prüfen, wo Zusammenlegungen oder Kombinationen mit Sonderdiensten wie Klinikpfarrstellen möglich sind. Ausweitungen der Vakatur – momentan bleiben durch Sonderregelung Stellen im Bezirk ein Jahr lang unbesetzt – seien nicht mehr möglich.
Die gerade im ländlichen Raum wichtigen vollen Pfarrstellen sollen weitestgehend erhalten werden, ohne zu viele Mitglieder auf eine Stelle kommen zu lassen, auch wegen der seelsorgerischen Tätigkeit. Das sei eine Chance für die Kirche.