Straubenhardt-Langenalb. Ein Meer an Stimmen brandete am dritten Advent durch die fast bis auf den letzten Platz besetzte Marienkirche in Langenalb. Mit einem festlichen Konzert stimmten die Chorgemeinschaft Langenalb sowie der Gesangverein "Eintracht" Pfinzweiler gemeinsam auf die Weihnachtszeit ein. Unter der Leitung von Günter Klüh und Norbert Studnitzky trat ein, was Ansager Reinhold Salm sich erhoffte und zwar, dass der Abend "ein Genuss für die Ohren und die Seele" sein möge.

70 Chorsänger und ein aus rund 20 Musikern der Region zusammengestelltes Streich- und Blasorchester bildeten die Grundlage der Aufführung, in deren Mittelpunkt die "Böhmische Hirtenmesse" von Jan Jakub Ryba stand. Ein bereits mehr als 200 Jahre altes Werk, das die Besucher mitnimmt auf eine Zeitreise zur Heiligen Nacht.

Vom ersten Staunen über ein ruheloses "Sausen und Brausen" über den Entschluss "Kommt mit uns nach Betlehem" bis zum temporeichen "Halleluja für Jesus Christ" reichten die neun Teile, in denen die vier Solisten ­Gabriele Kübler (Sopran), Heide Maichel (Alt), Holger Schumacher (Tenor) und Klaus Maichel (Bariton) Hirten und Engeln ihre Stimmen liehen.

An Glockenklang erinnernde Geigen, dezent eingesetzte Paukenschläge oder eine den Rhythmus betonende Querflöte unterstrichen den fröhlichen Charakter der Messe, die eine hoffnungsvolle Erwartung widerspiegelte. Mit eindrücklichen Bewegungen agierte Klüh am Dirigentenpult – gerade so, als wolle er jedem Sänger genau die für ihn vorbestimmte Melodie zuweisen. Sich im Volumen immer wieder steigernd, verkündete schließlich der Chor die Geburt des Kindes mit jubelndem Gesang. Ein Ausklang, den das Publikum mit langanhaltendem Applaus erwidert. Mit ihren Altblockflöten überzeugten zudem Bianca Bachmann und Katharina Höckh bei mehreren Stücken aus der Instrumentalsammlung "Der getreue Musikmeister" von Georg Philipp Telemann. Mit Soli oder Oberstimmen verliehen sie sowohl den getragenen, als auch den schwungvolleren Stücken die besondere Note.

Henning Schulz, aus Langen­alb stammender Preisträger beim Bundesentscheid von "Jugend musiziert", bewies seine Klasse mit dem Euphonium. Das von Mozart komponierte Werk "Konzert für Fagott und Orchester" wurde seinem Instrument entsprechend angepasst. Der stürmische Applaus endete erst, als Schulz erneut nach dem Notenständer griff – allerdings nur, um ihn abzuräumen. Dabei wäre eine kleine Zwischenzugabe beim Publikum bestens angekommen.

Mit Norbert Studnitzkys "Heiligste Nacht" verflochten die Akteure das musikalisch untermalte Lukas-Evangelium mit Weihnachtsliedern wie "Leise rieselt der Schnee" oder "Tochter Zion". Jauchzende Melodien von Querflöte oder Oboe taten sich dabei ebenso hervor wie neckische Anstriche im Zusammenspiel zwischen Gesangssolisten und Bläsern. Das von Chor und Besuchern gesungene "O du Fröhliche" ließ den Abend ausklingen.