Straßberg Vitaler Unternehmer, hilfsbereiter Familienvater und streitbarer Politiker
Schwarzwälder-Bote, 19.06.2012 18:02 Uhr
Josef Teufel: geboren 22. Juli 1924, gestorben 13. Juni 2012Foto: Schwarzwälder-Bote
Straßberg. Der Unternehmer Josef Teufel ist am Mittwoch, 13. Juni, im 88. Lebensjahr nach kurzer Krankheit im Kreise seiner vier Kinder und nahen Verwandten gestorben. Rosenkranz ist am Donnerstag, 21. Juni, ab 18.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Verena in Straßberg. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, 22. Juni, ab 14 Uhr ebenfalls in der St. Verena-Kirche statt.
Josef Teufel wird am 22. Juli 1924 in Straßberg als zweites von sechs Kindern und erster Sohn von Schmiedemeister Heinrich und Anna Teufel geboren. Bereits 1938 übernimmt er Verantwortung im elterlichen Betrieb, zu dem neben einem Steinbruch mit Straßenbau auch ein Fuhrbetrieb, eine Schmiedewerkstatt, eine Lohndrescherei und -sägerei sowie eine Landwirtschaft gehörten. In diese Zeit fallen der Erwerb der erforderlichen Führerscheine der Klassen vier und zwei und des Sprengerlaubnisscheins.
Von November 1942 bis Kriegsende dient Josef Teufel als Bergepanzerführer der 23. Panzerdivision im Ostfeldzug und kehrt im September 1945 unversehrt in seine Heimat zurück. Der Wiederaufbau des elterlichen Betriebs steht im Zentrum seines Schaffens, und er tätigt erste Investitionen in Geräte und Fuhrpark, um nach und nach von der Handarbeit zur maschinellen Produktion überzugehen.
Leistungsfähiger Hersteller von Straßenbaustoffen
Nach dem Tod seines Vaters und Firmengründers, Heinrich Teufel, 1948 übernimmt Josef Teufel die Geschäfte des Familienbetriebs. Die Familiengründung folgt 1950 durch die Heirat der Schmiedemeistertochter Theresia Wiest. Aus der Ehe gehen die Kinder Angelika, Gerhard, Monika und Joachim hervor. Das Unternehmen Schotter Teufel entwickelt sich unter Josef Teufel zu einem leistungsfähigen Hersteller von Straßenbaustoffen und Terrazzo-Material für die Glas- und Fertigputzindustrie.
1960 wird das Schotterwerk Wilhelm Gut, heutiger Firmenhauptsitz, übernommen und der Schwerpunkt der Schotterherstellung vom ursprünglichen Werk Höfental im Ortskern von Straßberg an den jetzigen Standort nahe der Bundesstraße verlegt. Mit dem Kauf eines gebrauchten Graders 1962 wird die Sparte Feld- und Waldwegebau im Zollernalbkreis ausgebaut. In den folgenden Jahren sitzt Josef Teufel leidenschaftlich gern selbst am Steuer des Graders und verbindet so seine Liebe zu Natur und Geschäft. 1972 eröffnet er das Sandwerk in Hohentengen-Ursendorf und erweitert damit die Produktpalette um die Herstellung von Natursand. 1978 folgt die Übernahme des Stein- und Terrazzowerks Thiergarten.
Mit unermüdlichem Einsatz und großem Weitblick
Mit unermüdlichem persönlichen Einsatz, außerordentlichem Fachwissen, verbunden mit großem Weitblick und unternehmerischem Gespür hat Josef Teufel einen Großteil der Erfolgsgeschichte des Unternehmens geschrieben. Sein Augenmerk galt vor allem dem technischen Fortschritt des Unternehmens, der es einerseits wettbewerbsfähig erhielt, andererseits den Mitarbeitern eine erhebliche Arbeitserleichterung brachte. Dabei war ihm das Wohlergehen seiner Mitarbeiter und deren Familien immer ein großes Bedürfnis. Auch nach seinem Ausscheiden blieb er dieser Maxime stets treu.
Neben Familie und Unternehmen engagiert sich der Christdemokrat und gläubige Katholik Josef Teufel seit 1963 auch als CDU-Mitglied und späterer Vorsitzender des Ortsverbandes Straßberg. Als mehrjähriger Gemeinderat, stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Kreistags von Sigmaringen und später des Zollernalbkreises bestimmt er die Geschehnisse seiner Heimatgemeinde und der Region lange Zeit mit. Mit vielen ehemaligen Kollegen aus dieser Zeit pflegte er seither als gemeinsamer Wanderverein eine tiefe Freundschaft. Als Gönner unterstützte er das gesamte Vereinsleben seiner Heimatgemeinde. Besonders lag ihm der Musikverein am Herzen, an dessen Wiederaufbau er nach dem Krieg als förderndes Mitglied wesentlich beteiligt war und viele Jahre das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden innehatte.
Die Unternehmensleitung tritt Josef Teufel 1996 an seinen Sohn Gerhard ab. Ab diesem Zeitpunkt findet er mehr Zeit für seine zweite Heimat, Thiergarten im Donautal, wo er weiterhin den Zweigbetrieb "Terrazzowerk Thiergarten" leitet.
Mehr Zeit für die zweite Heimat in Thiergarten im Donautal
Seine geliebte Ehefrau Theresia stärkte ihm mit ihrer liebenswerten und fürsorglichen Art stets den Rücken. Josef Teufel pflegte sie die letzten Jahre bis zu ihrem Tod 2005, der einen schmerzhaften Einschnitt in seiner Biographie bewirkte. Die Jahre danach waren seinem engsten Familien- und Freundeskreis gewidmet.
Der Name Josef Teufel wird als gesellschaftlich engagierte Persönlichkeit stets mit der Geschichte Straßbergs verbunden bleiben. Seine Person wird als vitaler Unternehmer, hilfsbereiter Familienvater und streitbarer Politiker in Erinnerung bleiben. Er hinterlässt neben seinen Kindern, elf Enkel und zwei Urenkel.


