
Von Maximilian Bantle
Straßberg-Kaiseringen. Die restaurierte Spiegel-Orgel in der Kaiseringer Allerheiligenkirche hat Georg Koch bei einem Konzert in ihrer Klangvielfalt vorgeführt. Koch ist Orgelinspektor der Erzdiözese Freiburg.Das Orgelkonzert war der Auftakt zu "700 Jahre Pankratius-Kirche" in Kaiseringen. Die erste urkundliche Nennung einer Pankratius-Kirche datiert von 1312. 1433 wurde sie zur Allerheiligen-Kirche umbenannt. Aus Mangel an Geistlichen wurde 1600 die Pfarrei mit der von Straßberg vereinigt. Die heutige Kirche wurde 1893 erbaut.
Musik im französischen und italienischen Stil
Bevor Georg Koch in die Tasten griff, stellte er die Komponisten und ihre Werke vor. Zuerst erklang die "Toccata tertia" von Georg Muffat, der seine Musik im italienischen oder französischen Stil schrieb. Dann folgte "Canzona V – Toccata IV" von Johann Kaspar Kerll, der heute fast vergessen ist. Von Johann Speth spielte Koch die "Toccata sexta". Speths Werke zeigen deutlich Einfluss des damals in Augsburg populären italienischen Stils. Dann folgten die Aria "Deine große Lieb’, o Jesulein" von Franz Anton Murschhauser und das "Andante für eine Walze in eine kleine Orgel" KV 616 von Wolfgang Amadeus Mozart. Zum Finale führte Koch Georg Muffats "Ciaccona und Toccata decima" auf. Kochs Orgelspiel war ein Ohrenschmaus. Sowohl im Staccato wie auch bei den Kantabilen Elementen kam die ganze Klangfülle zum Tragen. Ganz hervorragend war die filigrane, ausgeprägte Technik, dazu eine gefühlvolle Dynamik. Die Besucher waren begeistert, und der Beifall war der Dank an den Interpreten für einen musikalischen Hochgenuss.
Orgel von 1755 stammt von Hieronymus Spiegel
Hieronymus Spiegel hatte 1755 die Orgel erbaut, die 1969 erstmals durch den Augsburger Orgelbauer Rudolf Kubak restauriert wurde. Eine weitere Restaurierung und Rückführung der Spielanlage erfolgte 2011 ebenfalls durch die Firma Kubak.
Zum Schluss des Abends dankte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Robert Hartmann Georg Koch für das gelungene Konzert. Ein "Dankeschön" sprach Hartmann auch an Pfarrgemeinderat Rudolf Holdenried aus, der sich bei diesem Projekt besonders engagiert hat. "Wir hoffen, dass diese Orgel noch sehr viele Jahre die Gottesdienste begleiten wird. Nicht das Alter eines Instrumentes ist entscheidend, sondern der Klang, und so ist es auch mit unserem Glauben. Nicht das Alter ist wichtig, sondern wie stark er ist und ob das Feuer brennt", so das Schlusswort von Hartmann.