Von Thierry Schauer Straßburg. Es geht voran im Eurodistrikt Straßburg-Ortenau: Das hat die Sitzung des Rats am Donnerstag in Straßburg deutlich gemacht. Auf der Tagesordnung standen die Themen öffentlicher Nahverkehr, Gesundheitsversorgung, Sport und Soziales. Frank Scherer, Ortenauer Landrat und Präsident des Eurodistrikts, stellte außerdem den Haushaltsplan vor. "Das Volumen sieht auf den ersten Blick erstaunlich aus, das muss man aber variabel sehen. Einiges verteilt sich auf Aktionen aus dem Jahr zuvor und dem danach", sagte Scherer. Es seien gut 1,2 Millionen Euro in der Kasse. Für Verwaltungsausgaben, Betrieb und Öffentlichkeitsarbeit seien 420 000 Euro und 40 000 Euro für Investitionen veranschlagt. Mehr Geld gebe es für Projekte und deren Förderung: Von 351 000 Euro im Jahr 2012 steigen die Ausgaben auf 778 000 Euro.

Ein Beispiel eines gelungenen Projekts sei der "Eurodistrikt-Marathon", der am 28. Oktober über die Bühne ging. Etwa 1000 Läufer waren laut Scherer erwartet worden, gekommen sind 3500. Ein Erfolg, der in diesem Jahr wiederholt werden soll. Auch die Woche der Unternehmer habe mit 2270 Teilnehmern eingeschlagen. Darüber hinaus plant der Eurodistrikt einen Triathlon, der im Juni stattfinden soll.

In Angriff genommen werden sollen zudem zwei soziale Themen: Spiel- und Drogensucht. Unter anderem sollen Arbeitsgruppen gegründet werden, die sich der Spielsucht und der Flut von Spielhallen, die besonders in Kehl sprießen, annehmen.

Wie bereits bei einer Sitzung des Eurodistritrats im vergangenen Jahr angekündigt, werden für die Betreuung rauschgiftabhängiger Menschen die Drogenberatung Kehl und der Straßburger Verein "Ithaque" zusammenarbeiten. Durch die Einrichtung einer Praxis in Kehl, die Substitutionsbehandlungen anbietet, soll eine Versorgungslücke in Grenznähe geschlossen werden. In einer zweiten Stufe soll ein sozialmedizinisches Zentrum im sozialen Brennpunkt "Port du Rhin" in Straßburg entstehen. Der Eurodistrikt unterstützt das Projekt über drei Jahre mit 150 000 Euro.

Neu an dem Konzept ist, dass die Gesundheitssysteme beider Länder berücksichtigt werden und Fachwissen sowie Know-How über psychosoziale Begleitung ausgetauscht werden.

Von Karl Kovacs

Der Eurodistrikt hat viel vor: Ein Triathlon, bessere Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr und ein Angebot zur Behandlung Rauschgiftsüchtiger sind sinnvolle Projekte. Die Erfolge der Sommerakademie, des Marathons und der kulturellen Veranstaltungen – Stichwort Jazzpassage – zeigen, dass sich das Engagement lohnt. Nur: An der Umsetzung hapert es oft – selbst sieben Jahre nach der Entstehung des Eurodistrikts. Es dauert immer noch zu lange, bis die Projekte auf den Weg gebracht werden. Um Spöttern und Nörglern keine Angriffsfläche zu bieten, sollte der Eurodistrikt nicht zu viel Zeit bei der Umsetzung der Ideen verstreichen lassen.