Straßberg Der Knotenstock hat ausgedient

Schwarzwälder-Bote, 26.07.2012 22:08 Uhr

Von Martin Kistner

Straßberg. Die Beschilderung von Wanderwegen soll möglichst auf der ganzen Alb vereinheitlicht werden – auch in Straßberg. Wie das Konzept für die Gemeinde aussehen könnte, erläuterte dem Gemeinderat der Emmendinger Tourismusberater Hans-Georg Sievers.

Bei der Neugestaltung der Beschilderung geht es, wie die Straßberger Gemeinderäte erfuhren, beileibe nicht nur um eine einheitliche Optik, sondern um Strategie: Wer Wanderwege ausschildert, sollte sich vorher überlegen, wer auf ihnen unterwegs ist. Der Allrounder mit Kniebundhosen, Rucksackvesper und Knotenstock ist laut Sievers ein Auslaufmodell; seine Nachfolger sind zum einen der Individualwanderer mit Wolfskin-Ausrüstung und langem Atem für mehrtägige Touren über Land, zum anderen der Sonntagsausflügler, der auf einem Rundwanderweg von überschaubarer Länge Entspannung sucht. Den divergiererenden Bedürfnissen dieser beiden Wandertypen muss die neue Weggestaltung gerecht werden.

Die Voraussetzungen dafür sind in Straßberg nicht schlecht. Individualwanderer halten sich gerne an die klassischen Fernwander- und Pilgerwege – Straßberg ist eine Station auf dem Donau-Zol-lernalb-Weg, der von Winterlingen her hinunter ins Schmeiental und weiter in Richtung Ebingen führt.

Dem Rundwanderer, der es nach drei Stunden genug sein lässt, hat Straßberg gleich sechs Wege zwischen zwei- und neuneinhalb Kilometern Länge zu bieten: im Süden die Kaiseringer Rundwege Schmeiental und Pfarracker, in der Mittel die Rundwege Buo und Burg und im Norden die Rundwege Schalksburg und Roßberg. Es gibt 33 Kilometer Grundwegenetz und 36 Kilometer Rundwanderweg, wobei an vielen Stellen Überschneidungen auftreten – alles in allem gilt es, etwa 45 Kilometer Wanderweg so zu beschildern, dass der Individualwanderer mit dem Drang in die Ferne sich ebenso zurechtfindet wie der Familienvater, der seine Lieben fünf Kilometer weit durch den Wald lotsen muss.

Erste Frage: Wo stellt man die Wegtafeln und -weiser auf? Erstens am Bahnhof, für so manchen auswärtigen Wanderer Ausgangspunkt seiner Straßberger Exkursion, zweitens an den Wegkreuzungen. Sievers' Konzept sieht sechs große Tafeln mit Wegbeschreibungen und Landkarten vor, von denen drei im Ortskern, eine am Ausgangspunkt der Kaiseringer Rundwege und je eine an den Startpunkten der Rundwege Schalksburg und Roßberg stehen. Wegweiser gibt es 41: sie sehen folgendermaßen aus: An der stumpfen Seite erscheinen auf weißem Grund Name und Logo des Wanderwegs, daneben stehen auf gelbem Namen und Entfernungen der nächsten Ziele – unter einem Strich gegebenenfalls auch die von Orten, die nicht direkt am Weg liegen. Die Spitzen der Rundwegweiser ziert das Straßberger Wandersymbol, ein gelber Ring.

Die Gemeinderäte sind mit diesem Modell einverstanden; Bürgermeister Manfred Bopp wollte wissen, ob nicht auch ein Hinweis auf die Entfernung des Ausgangspunktes sinnvoll wäre, wie ihn die Albstädter Traufgangbeschilderung bietet – Sievers ist da eher skeptisch. Kosten wird die Beschilderung rund 22 000 Euro – die Pfosten 2800, die Wegweiser 7600 und die relativ teuren Tafeln 9600 Euro.

Knapp 800 Euro sind als Entschädigung der ehrenamtlichen Helfer vorgesehen, die die Wegweiser montieren und die Wege markieren.

 
 
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