Von Christoph Holbein

Straßberg. Es geht darum, den Ortskern städtebaulich zu erneuern, innerörtliche Bauplätze zu bebauen und vorhandene strukturelle Mängel und Konflikte zu beseitigen. Deshalb hat der Straßberger Gemeinderat ein entsprechendes Förderprogramm verabschiedet.

Dazu plant die Kommune in ihrem Haushaltsplan 60 000 Euro ein, die genutzt werden sollen, um ältere Gebäude zu sanieren, zu modernisieren und instand zu setzen oder alte Bausubstanz abzureißen. Angesprochen sind die Besitzer privater Häuser.

Die demographische Entwicklung geht auch an Straßberg nicht vorbei: Häuser stehen leer, die Einwohner werden immer älter. Darauf will die Kommune reagieren und den Ortskern stärken. Das Architekturbüro Daniel Hotz hat dazu eine örtliche Entwicklungskonzeption vorgelegt, die bei insgesamt 160 Grundstücken, davon 129 in Straßberg und 31 in Kaiseringen, ein Potenzial erkennt, weiteren Wohnraum zu gestalten, etwa durch Umnutzen und Ausbau von Ökonomieteilen, Abriss leerstehender Gebäude, neues Nutzen früherer gewerblicher Räume und das Bebauen von freien Grundstücken. Baulücken machen in gesamt Straßberg eine Fläche von 100 920 Quadratmetern aus. Bei den Gebäuden mit dem geschätzten Baujahr vor 1945 hält das Architekturbüro bei 38 Gebäuden eine Sanierung für notwendig.

Bei sechs Häusern empfiehlt Hotz den Abriss. Insgesamt sind laut Sitzungsvorlage 25 Gebäude unbewohnt, und bei zwölf Häusern mit Sanierungsbedarf droht mittelfristig ein Leerstand, da die Bewohner älter als 70 Jahre sind. "Es ist also dringend notwendig, diese Gebäude zu modernisieren und zu sanieren", betonte Bürgermeister Manfred Bopp. Das Förderprogramm soll hier helfen. Es fördert die Sanierung von Fassaden, Fenstern und Dächern mit entsprechender Wärme- und Schallschutzisolierung. Der Förderbetrag liegt bei 20 Prozent der Kosten, maximal beim 15 000 Euro. Der geförderte Wohnraum muss vom Eigentümer oder einem Familienmitglied bewohnt werden. Für den Abriss gibt es zehn Euro je Kubikmeter umbauten Raums, wenn anschließend dort wieder Wohnungen entstehen.

Das Wohngebäude, für das Gelder fließen, muss vor 1960 erbaut sein. Straßberg hat das Förderprogramm dem Kommunalamt beim Landratsamt Zollernalbkreis unterbreitet. Dort – so sagt es die Sitzungsvorlage – halten es die Verantwortlichen "für eine gelungene Sache". Nicht möglich ist allerdings, für das Förderprogramm aus dem Topf Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) Gelder zu erhalten. "Es geht darum, ein ›Ausbluten‹ des Ortskerns zu verhindern und das Wohnen dort attraktiv zu machen."