Von Karl-Peter Neusch

Stetten a. k. M.-Frohnstetten. Wie facettenreich und vielgestaltig moderne Blasmusik heutzutage sein kann, hat der Musikverein Frohnstetten bei seinem jüngsten Jahreskonzert demonstriert.

Unter der Leitung von Christine Burkhart zogen die Frohn­stetter Musiker alle Register ihres Könnens und zeigten sich den Anforderungen der anspruchsvollen Musikstücke in jeder Hinsicht gewachsen. Während das Publikum im konzertanten ersten Programmteil gebannt die musikalischen Interpretationen von Erzählungen und Sagas aus der Welt der Berge verfolgte, durfte es im unterhaltsamen zweiten Teil in Erinnerungen schwelgen – gespielt wurden Evergreens aus den vergangenen 90 Jahren.

Den verheißungsvollen Auftakt des Konzertabends machte die Jugendkapelle Stetten-Frohnstetten. Die talentierten Jungmusiker bewältigten spielend den Übergang von der Ouvertüre der Tell-Saga zum afrikanische Volkslied und danach zum lebhaften "Beetle Boogie". Für ihre gelungenen Darbietungen wurden sie mit viel Applaus belohnt.

Die musikalische Reise in die Bergwelt, zu der anschließend die aktiven Musiker einluden, startete im schottischen Hochland, und zwar mit der dreisätzigen Suite "From The Highlands" von Marco Pütz. Den monumentalen Zyklus "Cordilleras de Los Andes", mit seinen Rhythmus- und Tempiwechseln sicher das schwierigste und anspruchsvollste Stück des Abends, meisterten die Musiker mit Bravour. Hohe Konzentration erforderten die von der Natur der Allgäuer Berge inspirierte Suite "Fiskinatura" von Thomas Kraas und die "Alpina Saga" von Thomas Doss, die, eingeleitet von einer Fanfare, eine fast magische Faszination ausstrahlte.

"Zurücklehnen und genießen", unter diesem Motto stand der zweite Programmteil, in dem die Musiker zu einem launigen Streifzug durch alle Musikepochen einluden und mit hör- und erkennbarer Spielfreude zu Werke gingen. Den Anfang machte ein Medley der bekanntesten Songs der Comedian Harmonists, es folgten der von Gospelsängerin Alexandra Seidel gekonnt interpretierte Lale-Andersen-Klassiker "Lili Marleen" und der "Chanson d’Amour" mit einem fulminanten Solo von Tenorsaxophonist Dieter Sessler – das Publikum genoss die großartig präsentierte "Gute-Laune-Musik" in vollen Zügen und geizte nicht mit Beifall.

Beim "Blue Tango" swingte es anschließend mit. Stevie Wonders "Sir Duke" wartete mit mitreißendem Soul auf. Zum Schluss setzten die Musiker mit den größten Elvis-Hits zum Disney-Zeichentrickfilm "Lilo & Stitch" noch ein bemerkenswertes Ausrufezeichen.

Was die Frohnstetter Kapelle dann als Zugabe ablieferte, war abermals Entertainment vom Feinsten: Die drei Gesangssolisten Jennifer Sauter, Gerd Moser und Harry Kempf vesetzten das Publikum mit Nenas "99 Luftballons" und mit dem Beatles-Hit "Hey Jude" in Popkonzertstimmung, ehe mit "Winter Wonderland" ein Hauch von Weihnachten die restlos begeisterten Zuhörer nach Hause begleitete.