
Stetten a. k. M. - Ein Raubüberfall, der angeblich am Freitagmittag auf eine 43-jährige Geldbotin in Stetten a. k. M. verübt wurde, war nur vorgetäuscht. Dies haben am späten Freitagnachmittag Ermittlungen der Kriminalpolizei Sigmaringen ergeben. Die Frau war gegen 12 Uhr mit ihrem Wagen bei der Stettener Volksbank vorgefahren und in die Bank hineingegangen, wo sie einem Bankangestellten berichtete, dass sie soeben vor der Bank überfallen worden sei. Ein etwa 15 bis 16 Jahre alter Jugendlicher habe ihr beim Aussteigen aus dem Auto eine schwarze Mappe mit einer Geldbombe entrissen, in der sich 3000 Euro befanden, und sei danach zu Fuß geflüchtet.
Der Bankangestellte verständigte daraufhin die Polizei, die eine Großfahndung auslöste. Parallel dazu nahm die Kripo Ermittlungen auf und stellte fest, dass der 43-Jährigen am Donnerstag von ihrem Arbeitgeber etwas mehr als 3000 Euro anvertraut worden waren, die sie auf der Volksbank einzahlen sollte. Bei ihrer Befragung durch Kriminalbeamte ergaben sich allerdings Ungereimtheiten; die Polizei erwirkte deshalb noch am Nachmittag einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung der Frau.
Nach anfänglichem Leugnen gestand sie, den Überfall vorgetäuscht zu haben. In ihrer Wohnung fanden die Beamten mehrere hundert Euro des unterschlagenen Geldes in einer Jackentasche. 3000 Euro hatte sie bereits einem Bekannten gegeben, bei dem sie wegen eines Autokaufs Schulden hatte. Gegen sie wurden Ermittlungen wegen der Vortäuschung einer Straftat eingeleitet.