Stellplätze in der Stadt Ende der Enge: Parkhäuser rüsten auf

Martin Haar, 16.04.2012 14:01 Uhr

Stuttgart - Augen zu und durch: Touché. Immer öfter endet so ein Blindflug mit einem Spiegelklatscher. So nennt die Polizei jene Fälle, in denen sich zwei Autos im Gegenverkehr berühren. Meistens sind nicht die Sehfähigkeiten der Autofahrer schuld am leichten Crash. Die Ursachen liegen eher daran, dass die Autos immer breiter werden, aber die Straßen und Parkplätze diese Entwicklung nicht mitgemacht haben.

Doch nicht nur im Straßenverkehr sorgt die drangvolle Enge für Frust. Auch in Tiefgaragen und Parkhäusern sind die Stellplätze oft so knapp bemessen, dass es immer häufiger zu Beschädigungen beim Ein- und Ausparken sowie beim Ein- und Aussteigen kommt. Hier wird Parken zum Kunststück. Und für behinderte Menschen sogar fast unmöglich.

Problem ist so breit wie lang

Tatsächlich werden die Autos immer dicker. Der aktuelle Golf VI von Volkswagen ist sage und schreibe 17 Zentimeter breiter als der Golf I aus den 1970ern. Ein Trend, dem sich die meisten Parkhausbetreiber widersetzten. Auch wirtschaftliche Gründe mögen dabei eine Rolle gespielt haben. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Autos in eine Tiefgarage passen, desto größer der Reibach der Betreiber. Kaum einer hält sich daher an die Empfehlung der Automobilverbände, den Kunden mindestens eine Fläche mit 2,75 Meter Breite anzubieten.

In der Regel sind die Lücken zwischen 2,30 und 2,50 Metern breit. Man könnte also sagen: Vielen Parkhausbetreibern ist das Problem so breit wie lang. Auch bei der Länge der Fahrzeuge hat sich einiges getan. Autos der oberen Mittelklasse überschreiten mitunter die Fünf-Meter-Marke. Da vom Gesetzgeber keine Novellierung der Garagenverordnung zu erwarten ist, könnte das Spiel der freien Kräfte am Markt eine Veränderung schaffen.

 
 
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