Steinach Wärme kommt bald aus Schule

Felix Bender , 13.06.2012 10:02 Uhr

Steinach - Nach dem Willen der Gemeinderäte hat Steinach bald seine eigene Heizzentrale. Auf seiner jüngsten Sitzung hat das Gremium grünes Licht für detailierte Planungen zum "Nahwärmenetz Ortsmitte" gegeben.

Hintergrund für die Überlegungen der Verwaltung, eine Nahwärmeversorgung mit Holzhackschnitzeln einzurichten, ist die dringende Sanierungsbedürftigkeit der Heizkessel von Rathaus, Gemeindehaus und der Georg-Schöner-Schule. Diese haben teilweise mehr als 20 Jahre auf dem Buckel. Nach den Vorstellungen von Badenova Wärmeplus, die die Grundlagen für das Konzept erarbeitet hat, soll die Anlage im Heizraum der Schule installiert werden. "Direkt daneben findet das Lager für die Hackschnitzel unter dem Basketballfeld ausreichend Platz", erklärte Alexander Ripka von der Badenova-Tochter.

"Damit wären wir gleichzeitig Wärmelieferant und -abnehmer", sagte Bürgermeister Frank Edelmann (CDU), der sich für die Anlage einen privaten Betreiber wünscht. Diesen wolle die Gemeinde vertraglich verpflichten, die benötigten Rohstoffe von der örtlichen Forstbetriebsgemeinschaft zu beziehen. Neben der lokalen Wertschöpfung im Wald spreche eine Reduzierung des Kohlendioxid-Austoßes um bis zu 65 Prozent für die Nahwärmeversorgung, so Ripka.

Wie viele und welche Gebäude schlussendlich mit der "Öko-Wärme" versorgt werden, ist noch nicht ganz klar. Sicher scheint die Anbindung von Schule, Rathaus, Alter Post und einem weiteren Wohnhaus auf dem ehemaligen Minigolfgelände als günstigste aller untersuchten Varianten. "Der Investitionsaufwand für diese Alternative liegt voraussichtlich bei rund 333 000 Euro", berichtete Ripka.

Insgesamt entstünden bei der Nahwärmeversorgung im Vergleich zur herkömmlichen Einzelversorgung zwar jährliche Mehrkosten von drei Prozent (1500 Euro). Jedoch könnte die Anlage durch eine Eingliederung weiterer Häuser in ihr System Kostenneutralität erreichen. "Außerdem sind wir als Kommune nicht bis auf die letzte Kommastelle an Wirtschaftlichkeit gebunden", stellte Edelmann fest. Lieber investiere die Gemeinde in die örtlichen Waldbesitzer als Gelder – zumindest indirekt – nach Saudi-Arabien oder Russland zu überweisen. Mit seinem Beschluss, das Haslacher Ingenieurbüro ITG mit der Konzeption der technischen Gewerke zu beauftragen, gab der Gemeinderat den Startschuss für konkrete Planungen.

 
 
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