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Steinach - Am heutigen Tag jährt sich die Fusion der Gemeinden Steinach und Welschensteinach zur Gesamtgemeinde Steinach zum 40. Mal. Der Schritt, der damals für einigen Unmut gesorgt hatte, wird heute positiv bewertet.Gerade einmal sieben Seiten dünn ist die Vereinbarung, mit der am 26. Januar 1972 der damalige Steinacher Bürgermeister Helmut Belli und Welschensteinachs stellvertretender Bürgermeister Josef Obert die "Eingliederung der Gemeinde Welschensteinach in die Gemeinde Steinach zum 1. Februar 1972" besiegelt haben. Diesem an sich unspektakulären Akt waren erhebliche Querelen vorausgegangen.
Denn die Frage, ob Welschensteinach mit der Nachbargemeinde fusionieren soll, hatte das Dorf gespalten. Erich Maier, damals Förster und heute Ortsvorsteher von Welschensteinach, erinnert sich, dass sich bei einer Befragung gut drei Viertel der Einwohner gegen den Zusammenschluss ausgesprochen hatten. Die Gegner der Eingliederung pochten in dem Ort, in dem laut Erich Maier "die Bauern auf ihren Höfen immer selbstständig gewirtschaftet hatten", auf die Eigenständigkeit. Dagegen stand das Votum des Gemeinderats, der sich mehrheitlich für ein Zusammengehen mit Steinach ausgesprochen hatte.
Bereits in der Zeit davor hatten die noch eigenständigen Gemeinden zusammengearbeitet und Projekte gemeinsam verwirklicht. Das bedeutendste dieser Vorhaben war sicherlich das beheizte Freibad in Steinach, das am 17. Juni 1972 eingeweiht werden konnte. Anfang der 1970er-Jahre hatten die beiden Kommunen sich darauf verständigt, gemeinsam diese Freizeitanlage zu errichten – einerseits, um dem Tourismus neue Impulse zu geben, andererseits, um den Einheimischen Möglichkeiten zur Erholung zu geben. Seit Herbst 1970 galt zudem eine Austauschregelung für Schüler, um den in den beiden Gemeinden vorhandenen Schulraum effektiv nutzen zu können. Darauf aufbauend wurde 1975 eine gemeinsame Grund- und Hauptschule eingerichtet.
Nach dem Zusammenschluss – Ortsvorsteher Erich Maier zieht dieses Wort dem Begriff "Eingemeindung" vor – wurden in Welschensteinach mehrere, teilweise recht kostenintensive Projekte verwirklicht. Die Vereinbarung von 1972 sah vor, innerhalb von fünf Jahren Kanalisation und Wasserversorgung zu verlegen. Auch eine Mehrzweckhalle sollte entstehen – die Allmendhalle, die heute nicht nur von Welschensteinachern, sondern auch von Steinachern genutzt wird.
Ohne die Gemeindefusion und die damit verbundenen Zuweisungen vom Land "wäre das vielleicht nicht zu finanzieren gewesen", meint Erich Maier. Nicht nur deshalb zieht der Welschensteinacher Ortsvorsteher 40 Jahre nach der Fusion ein positives Fazit. "Beide haben voneinander profitiert", sagt er. Auch die Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Gremien sei gut, macht Maier deutlich. Er erinnert sich an "vielleicht zwei Entscheidungen", in denen Welschensteinacher Ortschaftsrat und Steinacher Gemeinderat unterschiedlicher Meinung waren.
Auch Welschensteinacher, die das Geschehen vor 40 Jahren zumindest mit Skepsis begleitet hatten, sehen den damaligen Entschluss für die Fusion heute in einem anderen Licht. Etwa Josef Obert, der 1972 für die Gemeinde Welschensteinach die Eingliederungsvereinbarung unterschrieben hatte. "Wie es jetzt läuft, war das keine schlechte Entscheidung", so die Einschätzung des früheren stellvertretenden Bürgermeisters.
Für Frank Edelmann (CDU), seit 2001 Bürgermeister der Gemeinde Steinach, war die "damalige Entwicklung einfach folgerichtig". Edelmann ist der Meinung, "dass sich Steinach und Welschensteinach in den vergangenen Jahren gemeinsam gut entwickelt haben und dabei ihre Eigenart erhalten konnten". Diese Entwicklung sei in beiden Orten angekommen und nicht zu Lasten oder zum Nachteil eines Teils gelaufen.
Aber das Wichtigste ist für den Bürgermeister: "Dort, wo Gemeinsamkeiten wichtig sind, funktionieren diese hervorragend." Als Beispiele nennt das Gemeindeoberhaupt die Freiwillige Feuerwehr mit einer gemeinsamen Jugendwehr, den Wirtschaftskreis und die Forstbetriebsgemeinschaft.