Steinach - Der Ausbau des schnellen Internets in der Region geht weiter. Am gestrigen Freitag haben die Gemeinde Steinach und die Telekom einen Kooperationsvertrag unterschrieben, der den DSL-Ausbau vor Ort regelt.

Der Vertrag sieht vor, dass die Deutsche Telekom innerhalb eines Jahres DSL mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 000 Kilobit pro Sekunde ausbaut. Hiervon werden rund 1100 Haushalte in Steinach profitieren. Buchbar soll das Angebot voraussichtlich ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung sein.

Bürgermeister Frank Edelmann blickte im Rahmen der Vertragsunterzeichnung im Rathaus auf eine "lange Odyssee" zurück, die ihren Anfang bereits im Jahr 2009 mit der Knüpfung erster Kontakte genommen habe. Dass es, bis die Unterschriften unter den Kontrakt gesetzt werden konnte, so lange gedauert habe, liege daran, dass ohne Zuschuss der Gemeinden im ländlichen Raum kein schnelles Internet zu bekommen sei. Daher habe man ein langes Verfahren durchlaufen müsse, das mit der EU-weiten Ausschreibung geendet habe. Dieses habe die Deutsche Telekom für sich entschieden. Für das Bonner Unternehmen setzte der Breitbandbeauftragte Michael Dupke die Unterschrift unter den Vertrag.

"Breitbandversorgung ist mittlerweile zu einem wichtigen Standortfaktor geworden", betonte Edelmann. "Immer wieder gebe es Nachfragen, wann das schnelle Internet denn nun komme. Dies vor allem von Firmen, aber beispielsweise wisse er auch aus eigener Erfahrung, dass schon Kinder zur Recherche für die Schule möglichst schnell durchs Datennetz unterwegs sein müssten. Der Rathauschef freute sich auch, dass künftige Bewohner des Neubaugebiets am Flößerweg dann richtig schnell durchs Internet surfen können werden.

"Breitband ist die Schlüsseltechnologie für das Wachstum einer Gemeinde", betonte auch Dupke und fügte an, dass eine Versorgung mit DSL schon erwartet werde, wie die mit Wasser und Strom.

Der DSL-Ausbau auf dem Land sei kostspielig: "Ein Kilometer Kabelarbeiten mit Tiefbau kostet rund 70 000 Euro", sagte Michael Dupke. "In vielen Fällen setzt die Telekom daher auf Kooperationen mit den Kommunen."

Das Bonner Unternehmen habe daher bundesweit bereits über 3000 DSL-Ausbaukooperationen mit Städten und Gemeinden geschlossen.

u Die Internetgeschwindigkeit hängt davon ab, wie nah man am nächsten Verzweiger wohnt. Denn die herkömmliche Telefonleitung aus Kupfer, über die der Datenstrom geschickt wird, dämpft das Signal Meter um Meter. Ab einer Entfernung von rund fünf Kilometern kommt auch das stärkste Signal nicht mehr an.

u Um Steinach mit DSL zu versorgen, wird die Telekom insgesamt fünf nähere Kabelverzweiger aufbauen und ungefähr 1500 Meter Glasfaserkabel neu verlegen.

u Von der Verlegung profitieren auch die Außenbereiche, die künftig laut Dupke auch schneller durch das Internet surfen können.

u Bei den nötigen Tiefbauarbeiten werden laut Edelmann auch Leerrohre verlegt.