Steinach Spender für Kulturgut gesucht
Schwarzwälder-Bote, 04.05.2012 21:00 UhrVon Nina Lipp
Steinach. Mit einer Sonderausstellung, die ab morgen im Heimat- und Kleinbrenner-Museum zu sehen ist , will der Historische Verein die Bevölkerung auf den sanierungsbedürftigen Zustand der Maria-Schnee-Kapelle aufmerksam machen.
Die Sanierung der Maria-Schnee-Kapelle ist überfällig – doch lange Zeit fehlte das Geld. Die 1522 erstmals urkundlich erwähnte Feldkapelle am nordöstlichen Ortsrand sei in einem sehr schlechten Zustand, so Peter Schwörer, Vorsitzender des Historischen Vereins Steinach. Zusammen mit Museumsleiter Bernd Obert erhofft er sich durch die Sonderausstellung, das Interesse der Bevölkerung zu wecken.
"In einem ersten Schritt müssen die Bauschäden erfasst und geeignete, dauerhafte und vor allem fachgerechte Methoden der Sanierung gefunden werden" erläutert Schwörer.
Anschließend müssten Zuschuss-Anträge an die zuständigen Instanzen gestellt werden, die jedoch nur einen Teil der Finanzierung abdecken können. Der Löwenanteil der Kosten fällt auf die Gemeinde Steinach. Nicht zuletzt auf Drängen des Historischen Vereins reagierte der Gemeinderat und stellte einen Betrag für die Sanierung in seinen Kommunalhaushalt. Parallel dazu wurde eine Spendenaktion initiiert: Eine Spendenkasse in Form eines von Meinrad Volk geschaffenen Abbilds der Schneekapelle unterstützt das Sanierungsprojekt.
Die Gesamtkosten der Sanierungsarbeiten bezifferte Bürgermeister Frank Edelmann vor Kurzem auf 180 000 bis 200 000 Euro – durch Spenden hofft man, den Gemeindeanteil senken zu können. Daher appelliert Schwörer an die Steinacher, sich für den Erhalt ihres Denkmals weiter zu engagieren. Seit dem ausgehenden Mittelalter zeuge die Schneekapelle von der Frömmigkeit der Steinacher und deren Verehrung der Mutter Gottes. Bildhafter Beweis dafür ist die Decke mit ihren 42 Tafeln zur Lauretanischen Litanei. Diese Holzdecke ist Teil der Sonderausstellung, die unter dem Motto "Die Schneekapelle im Wandel der Zeit" steht. Vielen Details der Tafeln können bewundert werden, die am Originalplatz unentdeckt blieben, so Schwörer. Auch kulturhistorische Details des Bauwerks sind auf zahlreichen Fotos dokumentiert worden. "Auch die Bau- und Substanzschäden haben wir fotografiert, damit die Menschen sich ein Bild von der Dringlichkeit unsers Anliegens bekommen", so Schwörer.


