Steinach - Die Möglichkeit, Online-Buchungen anzubieten, wird in Steinach noch kaum genutzt – über diese und andere touristische Angelegenheiten informierte die Geschäftführerin vom »Gastliches Kinzigtal«, Assunta Gabersek, in der Gemeinderatssitzung am Montagabend.

Von 26 Gastgebern bieten laut Gabersek derzeit nur zwei Anbieter potenziellen Gästen die Möglichkeit an, eine Unterkunft direkt – also ohne zuvor noch anzurufen oder eine E-Mail zu schicken – im Internet zu buchen. In Hofstetten seien es sechs von 19 und in Mühlenbach neun von 32. Das Angebot, das man zusammen mit einem Dienstleister anbiete, erscheint laut der Geschäftsführerin auch nicht nur auf den Seiten des »Gastlichen Kinzigtals«, sondern unter anderem auch auf atraveo.de sowie anderen Online-Buchungs-Portalen.

Als möglichen Grund für die geringe Zahl der Nutzer in Steinach machten die Gemeinderäte aus, dass den Gastgebern die abzuführende Provision in Höhe von 15 Prozent womöglich zu hoch sein könnte. Doch Gabersek nannte dies einen »marktüblichen« Preis. Zudem verlange der Anbieter auch fällige Storno-Gebühren von den ausgebliebenen Gästen, die der Gastgeber selbst sich oftmals nicht getraue einzutreiben.

Auch Bürgermeister Frank Edelmann (CDU) meinte, dass es doch besser sei, 85 Prozent zu bekommen als gar nichts. Denn über das Internet könne man Gäste erreichen, die sonst auf das Angebot erst gar nicht aufmerksam geworden. Generell sieht der Rathauschef beim Thema Nutzung des Internets über das »Gastliche Kinzigtal« Nachholbedarf. So appellierte er an Vereine und Veranstalter, zu ihren Events kurze Texte und Bilder zur Verfügung zu stellen. Diese würden von Sabine Ketterer dann weitergeleitet, so dass sie auf der Internetseite des »Gastlichen Kinzigtals« sowie weiteren kooperierenden Portalen einsehbar seien. »Die Touristen informieren sich schon lange im Voraus, was sie während ihres Urlaubs in der Region alles machen können«, stimmte Gabersek zu.

Überhaupt hätte sich das Verhalten der Touristen geändert. Diese würden heutzutage eher öfters in Urlaub fahren, aber dafür jeweils kürzer. Die wenige Zeit wollten sie dann auch optimal nutzen, weshalb möglichst viele Infos im Vorfeld bereitzustellen wichtig sei. Auch wären die Gäste während ihres Aufenthalts weniger ortsgebunden, so dass ein Vernetzung in der Region wichtig sei. Auf Grund dessen hält Gabersek auch die Umsetzung der Hausacher Hallenbadpläne für alle Gastgeber im Kinzigtal für wichtig.

Als Neuerung plant das »Gastliche Kinzigtal« die Einführung eines elektronischen Meldescheins. Mit diesem seien tagesaktuelle Statistiken zu erstellen. Zudem müsste die Gemeinde dann nicht mehr die Gästekarten eingeben.

Geplant ist laut Edelmann und Gabersek auch, dass künftig jeder Feriengast vom Vermieter eine Karte bekommt, die Vergünstigungen bietet. Damit wäre es möglich, dass sich eine Familie bei einem Ausflug trennt, ohne das ein Teil auf die Vorteile verzichten muss.