Steinach. Erstmals hat der neue Narrenvater Matthias Griesbaum den Steinacher Bürgermeister Frank Edelmann zur Übergabe des Rathausschlüssels gezwungen. Der Oberpirat leistete kaum Gegenwehr. Die Narren haben damit die Regierungsgewalt übernommen. Im närrisch geschmückten Sitzungszimmer wurde die Narrenzunft mit dem neuen Narrenvater Matthias Griesbaum sowie den Hästrägern der Fledermäuse, Steinhansele und Kreuzbühler Felsenhexen durch das Rathausteam, das als Piraten auftrat, empfangen. Oberpriat Frank Edelmann plauderte aus dem Nähkästchen. So etwa über einen gemeinsamen Besuch von ihm mit Schülern im Vogtsbauernhof, bei dem die Gruppe zuerst den falschen Zug nahm und dann ab Hausach zu Fuß zum Gutacher Freilichtmuseum laufen musste. Auch die Rückfahrt verlief nicht reibungslos.

Die Rathaussanierung wurde vom Oberpiraten auch angesprochen. Die Narren fürchteten bei einem Abriss um ihren Narrenkeller. Es wurde aber versichert, das es stehen bleibe. Zudem verriet Edelmann, dass Kämmerin Petra Meister einmal eine Ratssitzung vergessen hatte. Erst nachts um 4 Uhr sei sie im Bett aufgeschreckt und habe sich an den Termin erinnert.

Mit den Worten "Jetzt haben die Narren in Steine das Sagen, do henner de Schlüssle vom hohen Haus, macht euch an die Arbeit tagein, tagaus, ich wünsche eine frohe Fasent in Steine", übergab Edelmann den Rathausschlüssel.

Dann war der neue Narrenvater an der Reihe. In Steinacherisch tat er kund, dass er sich als neuer Chef das erste Mal beweisen müsse. Er wolle heute nicht "motze und lästre", es gebe auch noch andere Sache. So sei die Wirtschaftskrise in aller Munde, sie mache auch in Steinach die Runde. "Die Sonne, s’Kälbles sind dicht, s’Gühre gschlosse und ins Mellerts brennt meistens kei Licht". Der erste Schock sei, dass das Rathaus abgerissen werden solle und der Narrenkeller verloren gehe. Nach langer Zeit müsse man die Bühne im Rathaus hergeben, dabei hätten die Narren bislang so gerne Edelmann auf dem Kopf rumgetanzt.

Am Ende ehrte der Narrenvater noch Wolfgang Kopf vom gleichnamigen Autohaus mit einer Verdiensturkunde, weil er immer mit den Busbestellungen der Zunft zurecht kommt.