Statistik Zahl der Verkehrstoten auf neuem Tiefststand

dpa, 22.02.2013 16:09 Uhr

Wiesbaden - Seit Jahrzehnten geht die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland zurück. Aber noch immer sterben im Schnitt täglich zehn Menschen bei Verkehrsunfällen. Besonders gefährlich sind Landstraßen und Städte.

Auf den Straßen verunglückten im vergangenen Jahr 3606 Menschen tödlich, so wenige wie noch nie seit dem Beginn der Statistik im Jahr 1950. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Zahl der Verkehrstoten um 10,1 Prozent zurück und damit stärker als erwartet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Trotz des Tiefststands dürfe aber nicht vergessen werden, dass immer noch durchschnittlich 10 Menschen täglich im Straßenverkehr sterben und mehr als 1000 verletzt werden.

Die jüngste Zahl liegt noch unter dem bisher niedrigsten Wert von 3648 tödlich Verletzten im Jahr 2010. Im Jahr darauf hatte es entgegen dem langjährigen Trend einen Anstieg gegeben. 1990 waren noch mehr als 11 000 Menschen auf Deutschlands Straßen ums Leben gekommen. Auch die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr sank 2012 bundesweit - um 2,1 Prozent auf 384 100. Insgesamt nahm die Polizei 2,4 Millionen Unfälle auf, ein leichtes Plus von 0,6 Prozent.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte: "So wenig Verkehrstote wie noch nie und deutlich weniger Verletzte: Das ist ein ermutigendes Signal." Bund, Länder, Kommunen und Verbände müssten aber weiter für Verkehrssicherheit werben.

Besonders unfallträchtig sind nach wie vor Landstraßen und der innerörtliche Verkehr: Auf Landstraßen ereigneten sich nach Angaben von Destatis-Expertin Ingeborg Vorndran 60 Prozent der tödlichen Unfälle, innerorts 29 Prozent.

Entgegen dem Bundestrend stieg 2012 in vier Bundesländern - Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bremen - die Zahl der Verkehrstoten. Ein Grund dafür sei nicht erkennbar, sagte Vorndran. Den stärksten Rückgang gab es in Bayern (minus 15,1 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (minus 17,4 Prozent).

Weniger Tote und Verletzte, aber mehr Unfälle - das deutet nach Einschätzung der Statistiker auf den Einfluss des Wetters hin: Bei Glätte oder Regen bleibe es häufig bei Sachschäden, weil langsamer gefahren wird. Außerdem seien bei Regen und Schnee weniger Zweiradfahrer und Fußgänger unterwegs. Die Zahlen für die ersten elf Monate bestätigten diesen Zusammenhang. Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer sei um 17,2 Prozent, die der getöteten Fußgänger um 9,7 Prozent gesunken.

 
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