Essen - Der Industriekonzern ThyssenKrupp will einem Zeitungsbericht zufolge wegen massiver Probleme seiner Stahlwerke in den USA und Brasilien die Kosten um zwei Milliarden Euro senken.

Die Summe solle innerhalb von drei Jahren eingespart werden, um den Konzern als Ganzes erhalten zu können, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag. Der Verkauf der beiden Stahlwerke ziehe sich deutlich länger hin als erhofft. Statt eines Buchwertes von sieben Milliarden Euro für beide Standorte gehe man nun intern nur noch von Erlösen von höchstens vier Milliarden Euro aus. Ein Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme zu "Spekulationen" ab.

ThyssenKrupp verwies auf die Bilanzvorlage am 11. Dezember. Der Aufsichtsrat habe den Jahresabschluss noch nicht aufgestellt. Daher werde man sich nicht zu einzelnen Berichten äußern, betonte der Sprecher auf Anfrage.

Laut SZ steht kein erneuter größerer Arbeitsplatzabbau an. Binnen eines Jahres war die Zahl der Beschäftigten bis Mitte 2012 bereits um fast zehn Prozent auf noch 155 500 Mitarbeiter gesunken. Davon sind 58 000 in Deutschland tätig.

Konzernchef Heinrich Hiesinger setzt laut dem Zeitungsbericht auf eine Mischung aus Kostensenkung und Wachstum: Bei gut laufenden Sparten wie Aufzügen, Industrieanlagen oder Marine solle stark in Forschung und Entwicklung investiert werden - knapp zwei Milliarden Euro im kommenden Jahr.