St. Georgen Wohnpark "Schönblick" ausgesetzt

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Von Dieter Vaas

"Das Gelände ist uns viel zu wichtig. Wir haben die Reißleine gezogen und unternehmen einen Neustart", sagt Bürgermeister Michael Rieger. Das Projekt "Wohnpark Schönblick" steht mit dem bisherigen Konzept auf der Kippe.

St. Georgen. Die Steg Stadtentwicklung GmbH hatte für das ehemalige Krankenhausareal ein Konzept entwickelt und ausgeschrieben. Es gab verschiedene Bewerber. Im Fe­bruar vergangenen Jahres erfolgte die Vergabe an einen Bauträger. Den Zuschlag erhielt die Firmengruppe Krause Projektentwicklung bei Wohn- und Gewerbeimmobilien aus Bayreuth.

Sie hatte ein überzeugendes Konzept vorgeleget, so Bürgermeister Michael Rieger im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Dieses sei auf St. Georgen zugeschnitten gewesen und habe dem Gelände entsprochen. Der Erhalt der parkähnlichen Landschaft war ein ganz wichtiges Kriterium. Acht Gebäude sollten nicht mehr als drei Etagen haben. Barrierefreies Wohnen sowie Tiefgaragen gehörten zu den weiteren Forderungen. Alle Bedingungen waren klar definiert, unterstreicht Rieger. Bei der Umsetzung waren drei Bauabschnitte vorgesehen.

Die Stadtverwaltung und die Steg kümmerten sich um Interessenten. Im April durfte der Bauträger sich und sein Konzept bei einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen. "Wir waren guter Dinge. Das ganze Jahr über waren aber nur wenige Aktivitäten zu erkennen. Bei der Akquise erfolge von wenig bis nichts", musste der Bürgermeister feststellen. Von ursprünglich 50 blieben rund 25 Interessenten übrig. Doch die sahen nie einen weiteren Entwurf oder mehr.

Gemeinderat lehnt Verlängerung ab

Zum Jahresende lief die Kaufoption für das Areal aus. Die Firmengruppe Krause stellte den Antrag, sie zu verlängern. Dies lehnte der Gemeinderat einstimmig ab. Das Plenum sprach sich dafür aus, die Reißleine zu ziehen. Jetzt will es möglichst bald das weitere Vorgehen diskutieren.

Den Versuch war es auf jeden Fall wert, unterstreicht Rieger. Jetzt gibt es zwei Optionen: das Festhalten am bestehenden Konzept oder neue Überlegungen, was alternativ möglich ist. Denkbar wäre etwa die Umwandlung in ein normales Baugebiet mit privaten Eigenheimen.

Das bestehende Konzept ist ideal auch für Familien, zeigt sich Rieger überzeugt. Ein dickes Plus sind die ruhige und wunderschöne Lage. Es ist kein Randbereich, sondern immer noch zentrale Lage. Nur wenige Meter sind es zu den Einrichtungen auf dem Roßberg, von den Sportanlage über das Hallenbad bis hin zum Bildungszentrum und zur Stadthalle. Bei entsprechendem Marketing wäre nach wie vor einiges möglich, sagt er. Nichts sei "gesponnen". Keine Luxuswohnungen, aber Qualität sei zu erwarten, so Rieger.

Rund 3000 Euro pro Qua­dratmeter seien ein marktüblicher Preis mit Blick auf Barrierefreiheit und Tiefgarage. Beim früheren Lorenzhaus werde mit dem gleichen Niveau gerechnet. In anderen Städten und Regionen lägen die Preise weit höher. Alternativ müsste auf einiges verzichtet werden.

Gut war es dennoch, gleich die früheren Gebäude abzureißen. Die Angebote lagen hierfür zwischen 450 000 und weit über einer Million Euro. Die Stadtverwaltung hatte mit rund 800 000 Euro gerechnet. Die Maßnahme sollte eigentlich längst abgeschlossen sein, Arbeiten sind aber noch im Gange. Nach den ursprünglichen Plänen sollte im Spätherbst, allerspätestens im Frühjahr bereits die Bodenplatte betoniert sein.

Ärgerlich war beim Abriss der Einsatz eines Schredders. Dies belastete die Anwohner zusätzlich. Als Beschwerden kamen, sei das Abbruchunternehmen angewiesen worden, dies zu unterlassen. Seither werde der Bauschutt abgefahren. Die Anlieger seien schon durch den Bau des neuen Altenheims einigem ausgesetzt gewesen. Jetzt kämen weitere Baumaßnahmen im Bereich "Schönblick" hinzu. Eine Stadt sei immer in Bewegung und die Verwaltung habe es nie ganz in der Hand, wie alles laufe. "Jeder der baut, weiß, was alles schief laufen kann", so Rieger.

Gewerbeflächen und Bauplätze werden knapp

Unterhalb des Lorenzhauses gibt es noch freie Bauplätze. In Peterzell sei die Nachfrage groß. Lediglich in Langenschiltach im Baugebiet "Musikhäusle" könnte es besser laufen. "Hier haben wir eine wunderschöne Lage, viel Natur und wenig Verkehr. Es ist schon ein Privileg, so wohnen zu können", schwärmt der Bürgermeister geradezu. Die Bauplatzpreise liegen in St. Georgen zwischen 100 und 140 Euro pro Quadratmeter und sind damit recht günstig.

Die Planer müssen sich aber bald damit beschäftigen, wo es bei der Wohnbebauung weiter gehen könnte. Dies gilt auch für die Gewerbeflächen.

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